Juli Special mit Links: Wie finde ich mich selbst?

Wer bin ich?
Was macht mich aus?
Wer bin ich wirklich, abseits von Masken, Klischees und der Ansicht meiner Nachbarn, Eltern, Freund*innen?
Was sind meine Talente?
(Und wo kriege ich Geld dafür?)
Was brauche ich überhaupt, damit es mir gut geht?

Phasen, in denen ich auf der Suche nach mir und meinem Platz in dieser Welt bin, gibt es immer wieder. Im Moment mache ich mir viele Gedanken über das Leben nach dem Studium, obwohl das noch ein wenig hin ist.

Welcher Arbeit will ich irgendwann mal dauerhaft nachgehen?

Um diese Frage beantworten zu können, muss ich mich gut kennen und wissen, was mir liegt und was ich nicht kann.

Mich selbst lerne ich nicht kennen, indem ich nur Bücher und Blogposts lese, schon klar. Trotzdem helfen mir die richtigen Fragen, oder einfach nur eine andere Sichtweise, manchmal sehr weiter. Ein paar Angebote, die ich in den letzten Wochen hilfreich fand:

Puttylike

Viele  haben ja gar keine Ahnung, in welche Richtung sie beruflich wollen. Mein persönliches Problem ist das Gegenteil. Ich habe zu viele Ideen: Forschung, in einer NGO arbeiten, oder irgendwas mit Medien – könnte ich mir alles total gut vorstellen und das spiegelt sich auch in meinem Lebenslauf wieder.

Aber Mädchen, jetzt entscheide dich doch endlich mal! Rufen sie mir zu.

Emily Wapnicks Botschaft: Es ist nichts schlimmes, sich für tausende Dinge zu interessieren. Nicht in jedem Fall muss man sich zwischen verschiedenen Leidenschaften entscheiden, manchmal kann man sie hervorragend miteinander in Einklang bringen. Sie kritisiert unsere Kultur, in der mehrere Interessen häufig als Schwäche gesehen werden. Wer vieles kann, ist ein Multipotentialite.

Das nimmt mir Druck, mich jetzt entscheiden zu müssen. Gute Sache.

Das ist der Vortrag, dazu gibt’s auch eine ganze Seite rund um den Ansatz, viele Talente zu würdigen.

16 Personalities

Persönlichkeitstests im Internet kommen mir nur allzu häufig total unseriös vor. Oft finde ich mich im Ergebnis gar nicht wieder, kann nicht nachvollziehen, wie es zu der Einstufung kommt und stehe am Ende genau so schlau da wie vorher.

16 Personalities ist eine lobenswerte Ausnahme davon.

Die Charakteristika meiner Person wurden wirklich treffend zusammengefasst. Teilweise war es ein bisschen gruselig, da ich einige Marotten, wie meine Abneigung gegen Telefongespräche, in der Auswertung wiederfinden konnte. Viele Details waren zutreffend, beispielsweise mein Berufswunsch als Kind. Das hat mich schon erstaunt.

Der Test und eine relativ detaillierte Auswertung, die sich auf verschiedene Lebensbereiche bezieht, sind kostenlos. Damit kann man schon eine Menge anfangen.

Es gibt außerdem eine Premiumversion. Ich bin normalerweise sehr zurückhaltend damit, Produkte auf meinem Blog zu empfehlen, kann hier aber guten Gewissens sagen, dass ich es nicht bereue, Geld für die Premiumversion ausgegeben zu haben. Sie hat mir einige Denkanstöße gegeben.

(Falls sich jemand auch damit beschäftigt, ich bin übrigens INFP, die sich vor allem durch ihren hoffnungslosen Idealismus von anderen unterscheidet. Mich würde ja mal interessieren, ob mein Blog eher von Leuten gelesen wird, die eine ähnliche Persönlichkeit haben. Falls ihr den Test macht, teilt mir das also gerne mit. :))

Superworks

Bei Superworks gibt es einen kostenlosen Workshop für Leute, die sich selbstständig machen wollen. Das habe ich nicht konkret vor, dennoch fand ich einige der Übungen interessant, da es auch darum geht, sich systematisch mit den eigenen Begabungen auseinanderzusetzen.

Nicht nur für Selbstständige in spe ist der Superworkshop also einen Blick wert. Das ganze Projekt gefällt mir sehr gut, da man auch einfach in den Interviews stöbern kann, in denen Menschen von ihrem beruflichen Weg berichten…

 

Wo informiert ihr euch? Wie habt ihr euch selbst gefunden? Hört das Fragen irgendwann, mit dem Älterwerden, auf? Oder nicht? Was hat euch bei der beruflichen Orientierung geholfen? Woher wisst ihr, was das richtige für euch ist?

Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte und Tipps.


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Eisgekühlt, im Schweiße deines Angesichts geschaffen: Hausgemachte Club Mate.

selbst gemachter Mate-Eistee

Es könnte so einfach sein: Unter Aufbietung aller Kräfte zum Getränkemarkt um die Ecke schlurfen, einen Euro in ein belebendes Getränk investieren.
Danach dann die Füße hochlegen und Arbeit Arbeit sein lassen.
Kalte Mate schlürfen.
Könnte.
Aber warum so einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

So richtig kann ich mir meinen Drang, Dinge selbst herzustellen, nicht erklären, aber lasst euch gesagt sein: Eine Mate aus eigener Herstellung schmeckt natürlich besser als eine gekaufte, man hat ja richtig dafür gearbeitet und kann außerdem selbst entscheiden, wie süß sie sein soll.

Es gibt also gar keinen Grund, sich die Mate nicht ab und zu mal selbst zu machen. :)

heute auch als Grafik

Ich wollte mal etwas neues probieren und habe eine Tutorialgrafik erstellt, die sich gut als Bild teilen lässt. Weiter unten findet ihr aber auch noch mal den Text, der ausführlicher auf die einzelnen Schritte eingeht. Falls ihr den lieber lesen mögt, überscrollt also einfach kurz die Grafik.

Wie gefällt euch die Grafik? Damit das Bild nicht zu lange geladen werden muss, musste ich leider bei der Qualität Abstriche machen und auch mit den Abständen und Übergängen bin ich noch nicht hundertprozentig zufrieden.

Die Abwechslung, mal ein anderes Format zu gestalten, war mir die stundenlange Arbeit jedoch wert. Dafür, dass ich gerade erst beginne, mich mit PhotoShop zu beschäftigen, will ich nicht zu streng sein. Ist doch ganz nett.

Anleitung für selbst gemachten Mate Eistee als Grafik

Zutaten für ca. einen halben Liter kühlen Mateeistee

  • 3 EL reiner Matetee (oder: vier Mate-Teebeutel)
  • 3 TL brauner Zucker (bzw anderes Süßungsmittel nach Wahl, bzw. andere Süßungsmittelmenge nach Wahl)
  • etwa 250 ml Mineralwasser mit Kohlensäure, am besten gekühlt
  • ein paar Zitronenscheiben (1/4 Zitrone)
  • reichlich Eiswürfel

Zubereitung

  • In einer Tasse von gewöhnlicher Größe den Tee aufgießen und etwa zehn Minuten ziehen lassen.
  • Tee(beutel) entfernen und den Zucker in den heißen Tee einrühren.
  • Den Tee so schnell wie möglich herunterkühlen: Einige Eiswürfel in die Tasse geben und ins Gefrierfach tun.
  • (Warten, mindestens eine halbe Stunde, bis der Tee sich sehr kalt anfühlt.)
  • Den Tee mit der gleichen Menge Wasser aufgießen, mit Zitronenscheiben schmücken und mit Eiswürfeln kühlen.

War doch gar nicht so aufwendig!

Und, würdet ihr euch freiwillig die Mate selber machen? Trinkt ihr überhaupt freiwillig Mate? (Daran scheiden sich ja die Geister…) Was trinkt ihr an heißen Sommertagen am liebsten?

PS: Beim letzten Mal habe ich den Zucker vergessen. Das Ergebnis war sehr herb, aber gut trinkbar. An Mate mag ich besonders, dass sie nicht so süß ist. Wie immer darf also der Hinweis von mir nicht fehlen, dass ihr mit den Mengen natürlich selber gucken könnt, was euch gefällt.


Schriftarten in diesem Beitrag: Muro und Little Days. Bubble Brush by Skraww.


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Sabrina testet Hipstersh*t: Coldbrew Kaffee – top oder Flop?

Coldbrew Kaffee - top oder Flop?

Während meine Oma einfach nicht vom Filterkaffee lassen kann und ich nur meine Ikea-Macchinata von 2010 als Maßstab habe, sind die coolsten Kids des Undergrounds schon wieder einen Schritt weiter: Coldbrew hier, Coldbrew da. Plötzlich trinken sie alle Coldbrew.

Und ich? Bin durch den Hype natürlich neugierig geworden und musste das auch mal ausprobieren.

was ist Coldbrew genau?

Coldbrew ist, wie der Name schon sagt, Kaffee, der nicht, wie gewöhnlich, mit Hitze hergestellt wird, sondern bei Zimmertemperatur durch langes Ziehen.

Es gibt verschiedene Varianten: Entweder kann man einen sehr starken Extrakt herstellen, der dann später mit heißem Wasser verdünnt wird, oder einen normal starken Kaffee, der dann zum Trinken nur noch erhitzt werden muss.

Die Variante mit dem starken Extrakt scheint etwas üblicher zu sein (?), deswegen habe ich die ausprobiert.

wie geht das? – Anleitung

  1. Wir starten zum Ausprobieren mit einer kleinen Menge. Mahle 50g Kaffee, gerne etwas gröber. (Oder lege Kaffeepulver bereit, falls du nicht selber mahlst.)
  2. Nehme ein Gefäß, z.B. eine Kanne oder Karaffe, und tue den Kaffee hinein. (Es gibt auch spezielle Konstruktionen für Coldbrew, die lassen wir an dieser Stelle als Anfänger mal außer Acht.)
  3. Gieße das Kaffeepulver mit 250 ml Wasser auf.
    (Mit diesem Verhältnis halte ich mich an die Angabe, die ich in diversen Rezepten online gefunden habe und die ich für den Anfang empfehle. Später kannst du ja gerne an der eigenen Dosierung herumexperimentieren.)
  4. Warte mindestens 12 Stunden, lasse den Extrakt also am besten über Nacht ziehen.
  5. Filtere die festen Teile aus der Mischung heraus. Lasse sie dazu alles durch einen Kaffee- oder Teefilter laufen. Das ist nicht in fünf Minuten durchgelaufen, sondern dauert eine Weile. Baue dir also am besten eine Vorrichtung aus einer Flasche und dem Filter, die du nicht laufend beaufsichtigen musst. So kannst du, während gefiltert wird, etwas anderes tun.
  6. Nachdem du dem ganzen etwas Zeit zum Durchlaufen gegeben hast, hast du auch schon deinen Coldbrew(-Extrakt) hergestellt.
  7. Möchtest du nun einen heißen Kaffee trinken, mache dir Wasser heiß und gieße den Extrakt auf. Laut den Rezepten im Internet kommt auf einen Teil Extrakt etwa ein Teil Kaffee.
    Probiere aus, welches Verhältnis von Kaffee und Wasser dir zusagt. Das ist von vielen Faktoren abhängig, beispielsweise von deinem persönlichen Geschmack und der Kaffeequalität- und Röstung, weswegen ich eine allgemeine Angabe an dieser Stelle für sinnlos halte.
  8. Willst du Eiskaffee trinken, kannst du den Extrakt mit Wasser, Milch, und/oder Eiswürfeln aufgießen.

das wichtigste zuerst: wie schmeckt’s?

Für meinen Gaumen schmeckt der Coldbrew ganz in Ordnung, ein wenig nach Filterkaffe, allerdings weniger säuerlich. (Das kommt wohl davon, dass er weniger Bitterstoffe als gewöhnlich enthält.) Der Kaffee ist für mich nichts besonderes, aber man kann ihn trinken. Ich trinke normalerweise nur Espresso(getränke) und mag das deswegen nicht so besonders. Ich bin anderes gewöhnt. Auch bei einer stärkeren Dosierung verschwindet die Filterkaffeenote nicht vollständig.

Aber: Es ist durchaus nicht unangenehm und immer noch leckerer als so manch unterirdisches Mensagebräu.

pro Coldbrew spricht: es ist praktisch

Coldbrew Kaffee und Eiskaffee

Was ich am Coldbrew super finde: Man braucht keine Kaffeemaschine, um ihn zuzubereiten. Wer viel Wert darauf legt, wenige Geräte in der Küche stehen zu haben, findet hier eine klasse Möglichkeit.

Für mich persönlich ist das zwar kein überzeugender Grund, aber für minimalistische Gelegenheitstrinker*innen könnte das sicher eine Rolle spielen.

Und noch etwas ist praktisch: Das Aroma im Extrakt hält sich für mindestens zwei Wochen. Deswegen ist es möglich, eine größere Menge auf Vorrat zuzubereiten.

Man kann dann einfach den Extrakt im Kühlschrank aufbewahren, Wasser heiß machen und aufgießen.

Das geht schneller, als erst eine Maschine anzuschmeißen, zu warten, dass sie durchläuft und sie dann anschließend zu reinigen.

Gerade morgens ist ja bekanntlich jede Minute Gold wert, das könnte also ebenfalls für den einen oder die andere ein entscheidender Vorteil sein.

(Ich selbst trinke morgens keinen Kaffee, deswegen fällt das Argument für mich nicht ins Gewicht. Nachmittags macht mir das selbst mahlen und auf den Kaffee warten regelrecht Spaß, es ist eine lieb gewonnene Gewohnheit. Aber auch in diesem Fall: Es könnte ja Leute geben, für die das sehr wichtig ist.)

Und es gibt noch einen dritten Grund, weswegen ich den Coldbrew praktisch finde: Er ist perfekt geeignet für einen spontanen Eiskaffee. Einfach (Soja-)Milch draufgießen und Eiswürfel dazu – ziemlich lecker. Ich mache mir eigentlich selten Eiskaffee selbst. Heißen Kaffee herunterzukühlen dauert einfach viel zu lange; wenn ich gerade eine Erfrischung brauche, will ich nicht ne Stunde darauf warten müssen.

Da kommt mir der Extrakt sehr gelegen und wird mir in den nächsten Monaten sicher mal den Tag versüßen verkühlen.

was mir nicht gefällt: der Kaffeeverbrauch

Ich habe das ausgerechnet und genau darauf geachtet: Ich verbrauche für die gleiche Menge an Getränk in einer Stärke, die mir schmeckt, mehr Kaffeebohnen, wenn ich Coldbrew mache.

Das ist ziemlich ärgerlich und mir auf Dauer zu teuer. Aber auch hier: Vielleicht ist euch das ja nicht so wichtig.

Fazit: ich bleib‘ bei meinem Espresso – meistens

Der höhere Verbrauch und der Geschmack, der nicht hundertprozentig meinen persönlichen Vorlieben entspricht, sind für mich die Gründe, nicht regelmäßig Coldbrew zu trinken.

Jetzt in der Sommerzeit werde ich jedoch immer eine kleine Flasche vorrätig haben, damit ich mir bei Bedarf einen Eiskaffee machen kann. Es geht nämlich nichts über einen kühlen Eiskaffee in der heißen Sonne.

Probiere es ruhig mal für dich selbst aus, denn vielleicht schmeckt er dir ja besonders gut und ist eine echte Alternative.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass wir Space Invaders Eiswürfel haben. Ist das oben jemandem aufgefallen?

Coldbrew Kaffee und Eiskaffee mit Space Invaders Eiswürfeln

Was hast du dazu zu sagen? Schon mal Coldbrew getrunken? Jetzt Interesse daran bekommen? Noch Tipps zur Zubereitung, was ich anders machen könnte? Oder kannst du dir das gar nicht vorstellen?


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Blüten schmecken, tauschen, fahren : Weshalb der Juni ein guter Monat war.

Das war der Juni 2015.

weswegen der Juni gut war

Positiv sein ist immer gut. Positivität teilen ist noch ein bisschen besser für die Welt. Und gute Ideen kann man nicht oft genug verbreiten und verteilen, deshalb will ich noch mal festhalten, was mich im vergangenen Monat besonders froh gemacht hat.

Ich stelle mir an dieser Stelle gerne vor, wie ihr, meine ungemein zahlreichen Leser*innen, sofort nach der Lektüre des Artikels aufspringt und all meine Tipps umsetzt und dadurch eure Lebensqualität signifikant erhöht. Ach, was sage ich: Euer altes Dasein beendet beginnt und eine höhere Bewusstseinsstufe erreicht. Oder so.

Jedenfalls hätte ich gerne, dass andere Leute sich irgendwie auch freuen, wenn ich mich freue. Darunter mach ich’s nicht.

Würdigt also mit mir die Top 3 des Junis, bevor es zu spät ist, denn der Juli ist ja nun auch schon wieder ein paar Tage alt.

der Duft des Frühsommers: Holunderblüten

Holunderblüten

Überall steht, dass der Holunder im Mai erblüht, dann erscheinen auch die ersten Rezepte in den Foodblogs. In meiner Umgebung blühte der Holunder aber erst gegen Mitte Juni. Liegt’s am berühmt-berüchtigten Hamburger Klima? Schätzungsweise schon, der Sommer kommt hier einfach immer erst etwas später (wenn er überhaupt kommt.) Nun aber waren die Holunderblüten auch endlich da!

Ich habe mich hineingesteigert in meine frühsommerliche Holunderblütenobsession und Marmelade gekocht sowie massenweise Sirup in mein Wasser gefüllt. Lecker lecker, jedes Jahr wieder und irgendwie etwas besonderes, weil’s das nur für kurze Zeit gibt.

Schenken und geschenkt bekommen

Geschenktes Buch: River of Smoke von Amitav Gosh.

Ja, ich gebe es zu: Ich lese manche Bücher nur, weil das Cover gut aussieht.

Die Schönheit des Tauschens, darüber könnte ich mich stundenlang auslassen. Ob es jetzt schenken oder tauschen ist, wenn ich etwas nicht mehr benötigtes auf dem Verschenktisch ablege und dafür bei nächster Gelegenheit etwas mitnehme: Keine Ahnung. Egal, wer interessiert sich schon für Definitionsfragen?!

Absonderliche Funde bestaunen, schrille Kleider durchwühlen, gelesene Bücher auf die Reise schicken und dazwischen kleine Schätze entdecken: Es macht mir einfach Spaß und hat das kleine Extra, dass es Ressourcen spart.

Diesen Monat habe ich Bücher und eine unpassende Regenjacke abgegeben und neue Bücher erhalten. Es war mir eine Freude. Das abgebildete Buch liest sich schon mal gut an und scheint ein echter Glücksfund zu sein.

und der dritte Platz geht an…

Was wird nur auf dem dritten Platz landen? Was ist es wert, noch in dieser Liste zu landen? Lange habe ich überlegt, ob ich euch die Serie New Girl empfehlen sollte, oder lieber noch mal erzähle, wie gut ich DuoLingo finde. Oder dieses Verschenkprojekt? Oder diese Seite, auf der ich immer Veranstaltungstipps finde?

Letzten Endes ist es etwas ganz anderes geworden.

…mein Fahrrad

Fahrrad im Wald

Unabhängig sein, nicht am frühen Morgen in einer überfüllten Bahn stehen, nebenbei etwas Bewegung bekommen und auf vielen Strecken sogar schneller sein: Es geht doch nichts über das Radfahren. Viel mehr fällt mir dazu auch nicht ein; Ist eben einfach eine gute Sache und macht noch mehr Spaß, wenn es wärmer wird und man die Arme in den Fahrtwind halten kann, wisst ihr ja alles bestimmt schon.

Und, was hat euren Juni schöner gemacht? Was h


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Nachhaltigkeit: Wie der Rebound-Effekt dir deine Ökobilanz versaut.

der Rebound-Effekt

Heute möchte ich dir einen ganz, ganz simplen Mechanismus vorstellen, der aber große Auswirkungen haben kann, wenn jemand, versucht, nachhaltig zu leben und zu konsumieren.

In der umweltsoziologischen Literatur schwirrt dieser Mechanismus schon eine Weile umher, doch in der Praxis wird er trotzdem selten bedacht. Das ist meiner Meinung nach schade, weil er wirklich in vielen unterschiedlichen Fällen auftritt. Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir einige Situationen ein, in denen ich selbst in die Falle getappt bin.

Deswegen möchte ich heute mal auf den Rebound-Effekt aufmerksam machen.

Was ist der Rebound-Effekt?

Der Rebound-Effekt lässt sich ganz einfach an einem kleinen Beispiel erklären:

Nehmen wir mal an, du saugst einmal in der Woche mit deinem alten Staubsauger dein Haus. Dieser Staubsauger ist wirklich schon sehr alt, nicht mehr besonders leistungsfähig und vor allem: ein wahrer Stromfresser.

Eines Tages beschließt du, dir einen stromsparenden Staubsauger zu kaufen und besitzt also kurz danach einen neuen Staubsauger der besten Energieklasse, der auch noch viel leiser ist als sein Vorgänger. Der Neue verbraucht ein Drittel weniger Strom. Toll, denkst du, jedes Mal, wenn ich Staub sauge, spare ich ein wenig Energie.

Wenn du jetzt Staub saugst, hast du ein richtig gutes Gefühl und denkst an die Energieklasse. Außerdem ist das neue Gerät ja auch viel leiser, es ist also gar nicht mehr so nervig, Staub zu saugen. Das führt dazu, dass du öfter Staub saugst, als vorher, denn eigentlich hast du es ja schon gerne sauber und irgendwie ist immer Dreck da. Und immerhin hast du ja nun auch einen deutlich energieeffizienteren Staubsauger.

Seitdem du den neuen Staubsauger besitzt, saugst du fortan nicht mehr, wie vorher, einmal in der Woche, sondern ungefähr zwei Mal in der Woche deine Wohnung, dein Zimmer oder dein Haus. (Je nach dem, wie du wohnst.)

Einige Monate später erhältst du deine Stromrechnung und musst feststellen, dass du neuerdings ein ganz klein wenig mehr Strom verbrauchst.

Woher kommt dieser zusätzliche Verbrauch? Er entsteht durch deinen neuen Staubsauger.

Aber wie kann denn das sein? Du hast dir doch eigens ein energiesparendes Gerät zu gelegt, um, wie der Name schon sagt, Energie zu sparen!

Wenn du beim Lesen auf die Zahlen geachtet hast, ist dir  vielleicht aufgefallen, dass der neue Staubsauger in etwa ein Drittel weniger Strom verbraucht, du aber ungefähr doppelt so häufig saugst. Eine Hälfte ist mehr als ein Drittel, das hebt sich also auf! Du verbrauchst zwar beim Saugen selbst weniger Strom, saugst aber dafür viel häufiger und verbrauchst deswegen insgesamt mehr.

Und so hat die an und für sich lobenswerte Idee, durch ein sparsames Gerät weniger zu verbrauchen, am Ende genau das Gegenteil bewirkt. Wärst du mal bloß bei dem alten Krachmacher geblieben!

(Noch gar nicht mit eingerechnet habe ich an dieser Stelle die Energie, die eingesetzt werden muss, um den neuen Staubsauger überhaupt erst zu produzieren und den alten zu verschrotten oder zu recyceln.)

Die Zahlen zum Stromverbrauch und der Saugfrequenz habe ich übrigens frei erfunden. Unabhängig davon, wie oft du saugst, hoffe ich, dass das Prinzip hier klar geworden ist.

Abstrakt ausgedrückt würde ich den Rebound-Effekt so beschreiben: Ein grundsätzlich positiver und tatsächlich umweltfreundlicher Aspekt eines Produkts oder einer Verhaltensweise wird überschätzt führt zu häufigerer Nutzung oder mehr Verbrauch dieser Sache. Das Mehr hebt das Weniger auf und verkehrt die angenommene Wirkung: Rebound. Je nach konkretem Fall kommen dann manchmal noch andere Faktoren hinzu, die den Fall zusätzlich verkomplizieren.

weitere Beispiele für den Rebound-Effekt

  • Du wechselst deinen Duschkopf und hast nun einen Sparkopf, sodass du beim Duschen weniger Wasser verbrauchst. Seitdem duscht du länger und/oder häufiger als früher, weil du ja jetz auch diesen neuen, sparsamen Duschkopf hast. Deswegen verbrauchst du am Ende sogar mehr Wasser.
  • Juhu, T-Shirts aus Biobaumwolle im Angebot. Was für ein Schnäppchen! Du kaufst gleich mal drei Stück. Wer weiß, wann es die wieder so günstig gibt!Doch Stopp mal, brauchst du überhaupt neue Shirts? Eigentlich nicht, und so liegen sie nach dem Kauf nur arbeitslos in ihrer Schublade herum.Obwohl die Baumwolle biologisch angebaut war, hat sie natürlich viele Ressourcen verbraucht und viel Wasser ist in ihren Anbau geflossen. Auch die Näher*innen, die die Shirts genäht haben, haben unter schlechten Arbeitsbedingungen gelitten, die du jetzt irgendwie an den Shirts hängen, und das gleich drei Mal. Wäre nicht passiert, wenn es nicht Biobaumwolle gewesen wäre, oder?
  • Wenn du Fleisch isst, hast du immer so ein ungutes Gefühl, denn du hast schon mitbekommen, dass die Tierhaltung weltweit zum Klimawandel beiträgt. Deswegen isst du nicht besonders viel Fleisch, nur ab und zu.Da entdeckst du ein Label, das Fleisch kennzeichnet, das aus nachhaltigerer Haltung kommt. Das beruhigt dein Gewissen und so isst du von nun an häufiger Fleisch, denn eigentlich schmeckt es dir sehr gut. Das Problem dabei? Dein Fleischkonsum steigt und das verbraucht sehr viele Ressourcen (z.B. Wasser und Getreide). Da du nun, wo du das neue Label kennst, insgesamt mehr Fleisch verzehrst, wirkt sich das neue Label im Endeffekt sogar negativ auf deine CO2-Bilanz aus.
  • Du kaufst dir eine Körpercreme mit Bio-Kokosöl. Du cremst dich gerne und häufig damit ein und fühlst dich richtig gut dabei: Riecht so lecker und ist ja außerdem auch bio.Was du nicht beachtet hast: Die Creme enthält viele umweltschädliche Stoffe, die nicht biologisch angebaut wurden, von denen du nun ganz schön viele verbrauchst, natürlich in dem Glauben, die Creme sei ja irgendwie umweltfreundlich.

Sicher fallen dir noch andere Fälle ein, bei denen du diesen Effekt beobachten kannst.

Es gibt Studien, die den Rebound-Effekt wissenschaftlich analysiert haben. Sie besagen, dass bis zu dreißig Prozent der gesparten Energie durch diese Wirkung gleich wieder verpulvert wird. Dreißig Prozent, das ist ganz schön viel.

Das ist also nicht nur eine theoretisches Hirngespinst, den Rebound-Effekt gibt es tatsächlich.

Was passiert genau?

Der Rebound-Effekt entsteht dadurch, dass Verbraucher*innen ihre Verhaltensweisen und Konsumgewohnheiten negativ verändern, nachdem sie vorher eine positive Veränderung durchgeführt haben.

Der negative Effekt, der durch verändertes Verhalten entsteht, macht dabei Teile der positiven Veränderung wieder wett. Er kann sogar so stark sein, dass Energiesparmaßnahmen u.ä. vollkommen wirkungslos werden.

Warum gibt es den Rebound-Effekt?

Ich glaube, dass  die Rebound-Falle, in die ich manchmal tappe, in die anscheinend auch andere Menschen tappen, psychologische Ursachen hat. Wer auf den Rebound-Effekt ‚reinfällt, handelt irrational.

Wir sehen gerne das Gute, das wir mit einer (Konsum-)Handlung tun. Das ist menschlich. Wir sind immer auf der Suche danach, uns frei sprechen zu können, ein positives Selbstbild zu haben und blenden deswegen die negativen Aspekte aus. (Das ist ja irgendwo ein Überlebensmechanismus, das muss also im Allgemeinen nichts schlechtes sein.)

Wir wollen sagen können, dass wir alles richtig gemacht haben. Wir sehnen uns nach einer guten Welt und wir hassen es, dass fast alles was wir kaufen (müssen) auf irgendeine Weise irgendwem schadet. Deswegen blenden wir das schlechte gerne mal aus. Das Ausblenden funktioniert hervorragend, wenn wir unser schlechtes Gewissen damit beruhigen können, dass wir es ja an dieser einen Stelle ein bisschen richtig gemacht haben.

Manchmal funktioniert das Ausblenden dann sogar so gut, dass wir mehr konsumieren als vorher.

mehr ist nicht immer besser

„Viel ist besser“ – wir strengen uns an, damit wir an diesem Glaubenssatz irgendwie festhalten können und wir haben ihn tief verinnerlicht.

Die Idee, dass mehr Konsum, eine materielle stetige Steigerung glücklicher macht steckt auf irgendeine Art oft noch in uns.

Falls ich aber wirklich nachhaltig denken will, kann ich nicht mehr in dieser Steigerungslogik verharren, die das Mehr an sich nicht hinterfragt. Denn die Idee eines immer quantitativ ansteigenden Konsums gehört auf den Müllhaufen der blöden Ideen.

An dieser Stelle liegt für mich auch der Schlüssel dazu, den Rebound-Effekt zu vermeiden.

Wie kann ich den Rebound-Effekt vermeiden?

Nur du kennst die Grenzen und Möglichkeite in deinem eigenen Leben. Es sollten deine eigenen Prioritäten sein. Wenn du dir einen neuen Staubsauger kaufen willst, kannst du das tun. Aber dann sei dabei ehrlich und stehe dazu, dass das nicht unbedingt so viel nachhaltiger ist und du das vielleicht auch aus anderen Gründen machst.

Es ist mir wichtig, dass das, was jetzt kommt, als Denkanstoß und nicht als Forderung verstanden wir, weil ich niemandem vorschreiben möchte, wie er oder sie zu leben hat.

Was würde ich dir also raten, wenn du den Rebound-Effekt vermeiden möchtest?

  • Versuche, in Bezug auf Nachhaltigkeit das große Ganze im Blick zu behalten. Das bedeutet, dass es in den meisten Fällen verschiedene Aspekte gibt, die gegeneinander abgewogen werden sollten. Lieber das Obst ohne Plastik oder die einzeln Plastik verpackten Bio-Mangos? Für welche Alternative auch immer du dich entscheidest, je weniger du kaufst, desto weniger Plastik, oder eben Pestizide. Es gibt sehr selten eine klare Antwort.
  • Sei kritisch gegenüber Marketingstrategien, denn die arbeiten oft damit, einzelne Aspekte, die ausnahmsweise schon mal ganz gut laufen, in den Himmel zu loben. Sie haben es sich schließlich zum Ziel gesetzt, dich zu mehr Konsum zu bewegen.
  • Nicht immer, aber doch oft gilt: „Weniger ist mehr“, vor allem dann, wenn du nicht alle Aspekte überblicken kannst.
  • Verabschiede dich von dem Gedanken, dass du alles richtig machen kannst und es ein ethisch und umweltmäßig einwandfreies Produkt gäbe. Gibt es nicht, niemals.
  • Ganz zuletzt glaube ich, es bringt schon viel, sich bewusst zu sein, dass der Rebound-Effekt existiert.

den Rebound-Effekt gibt es in vielen Lebensbereichen

Es muss gar nicht immer mit Nachhaltigkeit zu tun haben, wenn der Rebound-Effekt eintritt. Ich finde, es gibt ihn auch in finanziellen Situationen.

  • Oh, Milch im Angebot! Da kaufe ich gleich Mal drei Liter.
    …zwei Wochen später stellst du fest, dass du deinen Verbrauch wohl überschätzt hast, findest eine saure Milch im Kühlschrank, die du nicht mehr trinken kannst, aber trotzdem bezahlt hast. Rebound.
  • Ah, das Bier ist in dieser Kneipe so günstig. Das kostet ja fast nichts, da kann ich mir ja noch eins holen… und noch eins… und noch eins…
    In den frühen Morgenstunden hast du auf diese Art dann doch einiges für Bier ausgegeben. (Aber vielleicht war es ja dafür ein lustiger Abend. :))

 

Wo wirkt der Rebound-Effekt bei dir? Hattest du schon mal davon gehört? Welche Konsummuster verändern sich plötzlich ungewollt zum Negativen? Wo hast du ihn schon bei anderen beobachtet? Wo siehst du die Gründe? Was fallen dir noch für Ideen ein, dem Rebound-Effekt auf die Spur zu kommen?

(Den Beitrag reiche ich ein zu EiNab, der Blogparade rund um’s nachhaltige Leben)


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