Gekreuzte Pfade (3): Leuchtendes Gelb.

(You can find a short english version of this text here.)

Portraitfoto - gekreuzte Pfade - leuchtendes Gelb annelies-02 annelies-03

Ihr gelbes Shirt leuchtet wie eine Sonnenblume von weither in dem Betongrau eines Plattenbaubezirks. Es ist das erste, was mir an diesem Tag auffällt und das, was mir in Erinnerung bleiben wird, lange, nachdem wir diesen Ort verlassen haben.

Das ist nicht der soziale Brennpunkt, das ist der Platz mit der Frau im gelben Shirt.

Sie ist in der DDR aufgewachsen.

Irgendwann zu ihrem Mann nach Berlin gezogen.

Damals wurden sie manchmal wochenends nach Berlin gefahren, um hier beim Bau mitzuhelfen. 

Kurz danach wieder zurück nach Thüringen.

Sie hat miterlebt, wie diese Wohnsiedlung entstanden ist und sich verändert hat.

Das schönste am Garten ist, dass in der letzten Zeit so wenig zerstört wird.

Ein Gartenprojekt bringt Menschen zusammen.

Es ist ein Ort zum Innehalten.

PS: Eine der schönsten Hintergrundgeschichten, die ich wohl je zu einem Foto erzählen kann: Ich fragte, ob ich  sie fotografieren darf und erhielt die Erlaubnis. Dann fragte mich die Portraitierte, ob ich ihr die Bilder schicken könne. Ja, sicher, sagte ich. Eine E-Mail Adresse hat sie allerdings nicht, sodass wir notdürftig auf meiner U-Bahn-Karte ihre Postadresse notierten. Aber nicht vergessen!, bat sie noch.

Wochen später schickte ich die ausgedruckten Fotos dann ganz altmodisch in einem Umschlag nach Berlin. Das war schön.


Andere gekreuzte Pfade: Teil 1 und Teil 2.


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Beirut, Paris und Nationalflaggen.

Terror, tote Menschen an viel zu vielen Orten der Welt – das ist irgendwie Alltag und irgendwie doch jedes Mal wieder etwas, was mich trifft, was ich mir so viel zu sehr zu Herzen nehme, dass ich mich bewusst davon abgrenzen muss. Ich habe zu viel Mitgefühl, falls es das gibt; zu viel Empathie, um zur Ruhe zu kommen.

Weltschmerz, immer wieder.
Weltwut, doch auch Liebe.

In meiner Facebook-Chronik laufen derzeit hitzige Diskussionen darüber, dass Facebook die Option bietet, mit nur einem Klick das Profilbild mit einer französischen Flagge zu unterlegen, um so Solidarität auszudrücken. Kritik kommt von postkolonial orientierten Europäer*innen und den ägyptischen Menschen, mit denen ich diesen Sommer eine intensive und spannende Zeit hatte.

Hauptkritikpunkt ist immer der, dass die Trauer sehr selektiv ist, dass es anderswo, eben zum Beispiel in Beirut, auch Anschläge gab, an denen die Welt nicht so stark Anteil nimmt und mit denen sie sich nicht per Knopfdruck und Profilbildwechsel solidarisiert. Dass es nur eine französische Flagge gibt, sei Ausdruck von Eurozentrismus.

Sollte Facebook also auch eine libanesische Beflaggung anbieten?

Eigentlich wollte ich mich aus der ganzen Diskussion heraushalten, aber mir fehlt doch ein Aspekt, den ich kurz aufgreifen möchte, ohne jetzt alle Pro und Kontra Argumente durchzuspielen. (Da gibt’s schon genug gute Texte zu…)

Es geht mir um Nationalflagge im Allgemeinen.

Trauer darf nicht kritisiert werden, sie ist ein Schutzraum. Ich akzeptiere, dass ich Menschen nicht sagen kann, wie sie mit Katastrophen umgehen sollten. Wenn das allerschlimmste vorbei ist, möchte ich aber doch nur ein paar Fragen stellen und zur Reflexion anregen.

Du benutzt eine Nationalflagge als Zeichen deiner Anteilnahme.

  • Was bedeutet Nation für dich?
  • Was bedeutet die Nation anderer für dich?
  • Trennen Nationen die Menschen voneinander oder verbinden sie?
  • Inwiefern trägt die Kategorie „Nation“ zur Lösung internationaler Probleme bei?
  • Inwiefern trägt die Kategorie „Nation“ zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus bei?
  • Wo hört das „wir“ auf und wo fängt das „sie“ an?

Ich lasse das mal kommentarlos so stehen, beantwortet die Fragen, für euch, aber gerne auch hier.

Peace, Salaam, Paix,

Sabrina.

 

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Neblige Straßen, die im Laub versinken.

Hallo.
Physisch wieder in Hamburg, gedanklich aber noch nicht mit bloggen beschäftigt, möchte ich euch hier kurz meine Beiträge aus vergangenen Herbsten ans Herz legen, die sich größtenteils mit Essen beschäftigen.

Es ist etwas schade, wie schnell Inhalte auf Blogs wieder im Nirgendwo verschwinden, obwohl man sich als Autorin viel Mühe damit gegeben hat.

(Und übrigens ist das auch nicht nachhaltig.)

Deswegen:

Jenseits der Supermärkte

regionales Obst kostenlos pflücken im Herbst

Verlass doch mal die ausgetretenen Pfade der Essensbeschaffung und sieh dich außerhalb der Supermärkte um. Hier gibt es Tipps dazu.

Zimtpflaumen

Zimtpflaumen - herbstliches Wohlfühlessen

Dieses Rezept hat mir letztes Jahr einen Wettbewerbsgewinn eingebracht – zu Recht. Die Zimtpflaumen sind auch 2015 noch ein Nachkochen wert. :)

warmes Herbstgetränk

Gemütlich im Winter: Apfelsaft mit Zimt

Ein Herbst wie im Bilderbuch: Warmen Zimtapfelsaft trinken und in der Dunkelheit dem Regen lauschen.

 

Zimt? Sagte da jemand Zimt?! Ich hab‘ noch was im Angebot für alle Liebhaber*innen der braunen Stange: Dieses wärmende Fruchtsaftgetränk mit Zimtzusatz.

Kürbiskerne verwerten

geröstete Hokkaidokerne

Du hast Kürbissuppe gemacht und die Hokkaidokerne in den Biomüll getan: Das muss nicht sein. Man kann sie auch rösten und snacken. Probier’s aus.

Champignon-Kürbis-Abendessen

Herbstgericht: gebackener Kürbis, Champignons, Rucola

Mhhh!

Was sind eure Herbsttippsbeiträge und -Empfehlungen??

(Verschwindet im grauen Loch namens Hamburger Herbst.)

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Ich mach‘ Pause.

Kurze Ankündigung: Für mindestens zwei Monate wird es hier ruhig sein. Ich bin auf Reisen und mit anderen Dingen beschäftigt.

fliegende Vögel

Was mache ich genau:

  • Erst mal bin ich jetzt zwei Wochen in Berlin. Dort findet der erste Teil meines Ägypten-Urban-Gardening Austauschs statt. (Mehr dazu weiter unten.) Außerdem finde ich hoffentlich Zeit, ein paar Freund*innen zu treffen.
  • Direkt danach starte ich meine Interrail Tour. (Mit meinem Freund.) Interrail ist ein Zugticket, mit dem man durch ganz Europa fahren kann. Seit vielen Jahren war es mein Traum, mal eine Interrailreise zu machen.Dieses Jahr habe ich  genug Geld und die Zeit dazu. Das wird toll. Endlich mal wieder in den Tag hineinleben, machen, wozu ich Lust habe, ohne auf die Uhr zu sehen.Hauptsächlich wird es wohl durch Südosteuropa gehen. Die Ecke interessiert mich sehr, und sie ist nicht allzu teuer.

    Ich will auf jeden Fall nach Budapest, wohin ich wahrscheinlich über Wien reisen werde. Grober Plan ist, am Ende in Griechenland anzukommen, denn es reizt mich schon sehr, mir die Situation dort mal mit eigenen Augen anzugucken.

    Aber das ist nur eine vage Idee, wie der Trip verlaufen könnte, vielleicht kommt ja alles ganz anders…

    Nachtschichten in der Bibliothek, Wochenendschichten und all die anderen Nebenjobs: Ich darf nun endlich mal die Früchte dafür ernten, in den letzten Jahren durchgängig diverse Jobs neben dem Studium gehabt zu haben und das fühlt sich sehr schön an.

  • Wenn ich wieder da bin, kommt dann Teil 2 des Ägyptenaustausches: Die Zeit in Kairo, in der ich hoffentlich ganz viel über Urban Gardening und nachhaltige Städte lernen werde.Für diese Möglichkeit bin ich sehr dankbar und sehr gespannt auf die Ägyper*innen und ihre Stadt. Wenn ich reise, finde ich es immer sehr interessant, etwas über die Kultur und das Land an sich zu lernen. So ein Austausch ist also genau das richtige für mich.(Über die Paradoxie, einen Nachhaltigkeitsaustausch per Flugreise zu organisieren, denke ich gerade noch ein bisschen nach.)
  • Wenn ich zurück bin, ist es schon Mitte Oktober und mein Masterstudium in Bremen beginnt. Da werde ich auch erst mal ein bisschen Zeit brauchen, um mich einzufinden und auf die Uni zu konzentrieren und zu pendeln.Ich wohne nämlich weiterhin in Hamburg und muss nun zwei Mal die Woche ein bisschen weiter zur Uni fahren, aber das ist ja erstmal nur für ein paar Wochen und in den folgenden Semestern mit weniger Anwesenheitszeit.

Alles in allem wird es mindestens Herbst sein, bis ich wieder Zeit und Muse finde, mich dem Internet zu widmen. Und dann will ich als erstes den Blog hier neu designen und strukturieren.

Zeit zum Durchatmen muss auch mal sein und sicherlich brauche ich nach all dem Unterwegssein auch erstmal meine Stunden, um an künstlerischen Projekten weiterzuarbeiten und liebe Freund*innen wiederzusehen.

Es könnte also auch Winter werden.

Zwischendurch melde ich mich ja vielleicht mal auf Twitter oder Tumblr, aber ausführliches Bloggen wird wohl eher nichts.

In der Zwischenzeit dürft ihr gerne hier im Archiv stöbern und mir eure Tipps für irgendeines der genannten Ziele geben. Habt eine gute Zeit, wir sehen uns in ein paar Monaten, hoffentlich mit vielen Geschichten im Gepäck.

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Fotografiert, gefilmt, geteilt: Denkt doch mal bitte an das Wesen im Bild.
"Aufgepasst! Hier geht's um Tiervideos!

(Foto: Barbara M. auf Flickr. von mir bearbeitet. CC 2.0.)

Tierfotos sind ziemlich super. Tiervideos auch. Ganz besonders laut quietsche ich bei Tierbabyvideos. Die entlocken mir mindestens ein Lächeln.

Diesen Teil des Internets würde ich nie missen wollen.

Wenn mir irgendwo ein „Cute…“ unterkommt, klicke ich meistens drauf, auch, wenn die Vorschau ein verspieltes, verwackeltes und dramaturgisch schlechtes Kurzvideo verspricht. Tiere gehen halt einfach immer.

Aber geht das auch immer für die Tiere?

eine Eule als Haustier?

Eine Eule schwimmt in einer Badewanne. Sie hat riesige Augen. So groß, dass sie panisch aussieht. Naja. Als Nachtvogel mag sie wahrscheinlich auch kein Tageslicht.
Süßes Tier, ohne Frage und eine niedliche Szene. Aber, wenn man mal genauer hinguckt, sieht die Eule schon irgendwie panisch aus.
Eulen gehören nicht in geschlossene Räume. Eulen sind Wildtiere.

Ich frage mich, was das Tier in einer Badewanne in einem Privathaushalt macht

Es gäbe ein paar unwahrscheinliche, aber mögliche Erklärungen: Sie wurde von ihren Eltern aus dem Nest gestoßen und wird nun von Menschen aufgezogen. Hm, eigentlich sieht sie schon erwachsen aus.

Noch mal:
Was macht eine Eule in einer Badewanne?!

ein Chamäleon als Haustier?

Ein Chamäleon sitzt auf der Hand seines Besitzers und zerplatzt Seifenblasen. Süß! Es hat mich immer fasziniert, dass es Tiere gibt, die ihre Farbe ändern können und dass der nun auch noch Blasen platzen kann – cool.

Was viele nicht wissen: Chamäleons sind echte Sensibelchen in der Haltung. Selbst mit diversen UV-Lampen, Wasserbesprayung in genau vorgegebenen Abständen, lebenden Spezialmaden als Futter und anderen aufwendigen Maßnahmen ist eine artgerechte Haltung kaum möglich.

Chamäleons sind in Gefangenschaft grundsätzlich nicht artgerecht zu halten“. (Sandra Giltner vom Deutschen Tierschutzbund, Quelle)

Da frage ich mich dann schon: Was macht eigentlich ein Chamäleon in dem Schlafzimmer, das im Videohintergrund zu erkennen ist?

Wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Tier artgerecht gehalten wird?

Papageien in Einzelhaltung?

Heute sehe ich einen sprechenden Papagei. Er kann Geräusche, Tierstimmen, Melodien usw täuschend echt nachahmen und Sprüche kloppen. Genau mein Humor.

Der Nutzer, der dieses Video hochgeladen hat, hat noch andere Videos hochgeladen. Ich klicke mich durch.. Auf allen Videos sehe ich immer nur diesen einen Papagei. Es scheint keinen Artgenossen zu geben.

Papageien allein zu halten ist Tierquälerei. Papageien sind sehr intelligente und äußerst soziale Wesen, die in freier Wildbahn meist in Schwärmen leben. Es gibt quasi nichts schlimmeres für Papageien als tagaus, tagein allein zu sein. Einzelhaltung ist für einen Papageien lebenslange Isolationshaft.

Der Youtube-Berühmtheit geht es wahrscheinlich nicht so besonders gut.

Interessiert das irgendwen? Nein, einfach mal teilen, ist ja so witzig.

kritisches Teilen, an das Tier denken

Es gibt jede Menge Tiervideos, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Yay für Enten, die ihre Babies retten, Katzen in Kartons etc pp. Ihr kennt das.

Es gibt aber auch ein paar Videos, bei denen es auf den zweiten Blick einige Hinweise auf schlechte Haltungsbedingungen gibt. Wenn man mal ein bisschen aufmerksam ist, sollte man das erkennen können. Versetzt euch einfach mal in das abgebildete Wesen hinein, so gut es geht.

Unter diesen Videos: Tausende positive Kommentare, Likes.
Vor diesen Videos gibt es manchmal Werbung, mit der der Nutzer vielleicht sogar etwas verdient.

Was machen wir, wenn wir ein solches Video teilen? Wir tragen dazu bei, dass jemand mit der unsachgemäßen, schädlichen Haltung eines Tieres seine Reichweite vergrößert, Internetruhm erlangt und vielleicht sogar Geld damit verdient.

Beim Kindchenschema setzt das kritische Denken gerne mal aus. Niemand kennt das besser als ich, die am liebsten einen ganzen Zoo voller Erdmännchen, Schildkröten und Kätzchen (usw.) zu Hause hätte.

Ich finde aber, dass solche Videos nicht mehr weiter verbreitet werden sollten.

Bitte teilt keine Videos von Tieren, die nicht artgerecht gehalten werden. Denkt einmal mehr nach, nachdem ihr „ooh“ gequietscht habt.

Tiere sind mehr als nur niedlich. Sie haben Gefühle und Bedürfnisse.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wie manche Videos entstehen? Was muss ein Video haben, damit ihr es verschickt? Einfach nur „süße Tiere“? Kennt ihr Videos, bei denen ihr eine nicht artgerechte Haltung vermutet? Welche Tiervideos und Bilder kann man bedenkenlos teilen? 


 

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