Neues aus dem Blumenkübel: Das Petersilienmonster und seine unterdrückten Freunde.

Frühling, yeah!

Jedes Jahr wieder könnte ich das gleiche schreiben: Endlich Helligkeit, endlich wieder Wärme. Endlich! Endlich wieder Spaß an ein wenig Frischluft und endlich wieder meinem liebsten Hobby nachgehen: Kräuter pflanzen.

Also gibt es heute mal einen kleinen Überblick über meinen Pflanzen, wie sie sich so machen und überhaupt.

Petersilie – es ist mutiert!

Petersilienpflanze im Blumentopf auf dem Balkon

Die Petersilienpflanze macht mir Angst! Letzten Winter habe ich mich nicht weiter darum gekümmert und damit gerechnet, dass sie den Winter nicht überlebt. Im Februar habe ich dann festgestellt, dass sie wohl doch lebt und ein wenig wächst.

Seit einigen Wochen ist dieses Pflänzchen irgendwie zum Monster geworden. Es wächst und wächst und wächt. Es ist mir unbegreiflich, wie eine einzige Pflanze so groß sein kann und sie wird täglich größer. Was habe ich da nur herangezüchtet?!

Ich denke mir ständig neue Möglichkeiten aus, mit Petersilie zu kochen, damit ich die Pflanze irgendwie stutzen kann – dabei mag ich eigentlich gar nicht sooo gerne Petersilie.

Das fleißige halb freiwillige Kochen mit Petersilie ändert auch nichts – es wächst täglich weiter und ich kann diese Größe nicht mehr eindämmen.

Falls ihr hier monatelang nichts mehr lest, liegt es wahrscheinlich daran, dass die Petersilie mehr Nährstoffe brauchte und mich aus der Wohnung gedrängt hat. Oder gar schlimmeres. Passt bitte auf eure Kinder auf, wenn sie in Hamburg allein herumlaufen. Entweder der Wolf wird sie holen, oder die Petersilie!

Denn: Die Petersilie erinnert mich sehr an eine TKKG-Folge, die ich als Kind mal gehört habe. Darin züchtet ein Biologe auf dem Gelände eines geschlossenen Kernkraftwerks radioaktiv verseuchte Killerpflanzen, die irgendwann zwei Mädchen fressen sollen. Muss ich noch mehr sagen? 😀

Rucola

Rucola im Blumentopf

Rucola ist erfahrungsgemäß sehr pflegeleicht und außerdem eine meiner Lieblingssalatsorten – deswegen bekommt er natürlich auch dieses Jahr seinen Platz. Der hier abgebildete Topf steht im Moment noch auf der Fensterbank, die meinen Berechnungen nach ungefähr nach Süden ziegen müsste. Wie ihr sehen könnt, wächst der Rucola sehr üppig. Heute habe ich mir damit das erste Mal einen Salat gemacht.

Selbst angebauten Salat zu essen, ist ein sehr erhebendes Gefühl.

Spanischer Spinat – die Gartenmelde

Gartenmelde

Die Gartenmelde ist mit Spinat verwandt und soll angeblich ähnlich schmecken, aber vielerorts als Unkraut gelten. Ich kannte sie nicht, bis ich zufällig Saatgut entdeckt habe. Ab Mai wird sie nach draußen kommen, im Moment ist es dafür noch ein wenig zu kalt.

Ich bin gespannt, wie sie schmecken wird, bisher wächst sie ganz gut. Versuchsweise habe ich sowohl auf der Fensterbank als auch direkt auf dem Balon ausgesät, um einen direkten Vergleich zu haben, welchen Unterschied das bessere Licht macht.

mal etwas neues probieren: Currykraut

Currykraut auf der Fensterbank im Blumentopf

Es sieht aus wie Rosmarin und riecht wie Currypulver – das Currykraut. Natürlich wird daraus kein Currypulver hergestellt, denn Currypulver ist eine Gewürzmischung. Zum Würzen kann Currykraut allerdings trotzdem verwendet werden, weil es ein sehr schönes, kräftiges Aroma hat. Das wussten auch schon die alten Römer zu schätzen.

Eine so seltenes Pflanze im Pflanzenladen zu entdecken, hat mich sehr gefreut. Deswegen werde ich das Kraut hüten und pflegen und erst mal auf der Fensterbank lassen, bis es draußen muggelich warm ist.

außerdem am Start: Oregano, Schnittlauch, Salbei, Melisse und Katzengras

Oregano bzw. Wilder Majoran im Blumentopf auf der Fensterbank

Oregano

Oregano bzw. Wilder Majoran im Blumentopf auf der Fensterbank

Schnittlauch im Blumentopf auf dem Balkon

Hat aus dem letzten Jahr überlebt: Schnittlauch.

(Wächst übrigens in dem selbst gemachten Pflanzgefäß aus diesem Eintrag.)

Salbei im Blumentopf auf dem Balkon

Hat tapfer den Winter überlebt, wird nun aber von der Killerpetersilie bedroht: Salbei.

Melisse in einem Blumenkasten auf dem Balkon.

rechts: Melisse aus dem Vorjahr. Links: neu ausgesäter Rucola

Nicht fotografiert: Erdbeeren und Katzengras.

Zukunftsmusik: was dieses Jahr noch kommt

Physalis (Andenbeere) Saatgut

Wird bald ausgesät!

  • Entgegen meinem eigenem Rat, kein billiges Saatgut zu benutzen, werde ich bald Physalis mit diesem ziemlich billigen Saatgut säen.
  • Eine Freundin gibt mir Tomaten- und Paprikasetzlinge, die sie über hat. Mal sehen, ob das funktioniert.
  • Kapuzinerkresse, sobald es wärmer wird
  • Basilikum, sobald es wärmer wird
  • vielleicht auch noch mal eine Brokkolipflanze
  • vielleicht werde ich es auch mal mit Blaubeeren probieren
  • mehr Mangold, Rucola usw.. Die gehen immer. :)
  • Minze für Minztee

Sehr gerne würde ich auch Kartoffeln pflanzen. Leider habe ich jedoch herausgefunden, dass die gesamte Pflanze giftig für Katzen ist. Mein Kater vergreift sich gerne und häufig an allen möglichen Pflanzen und das Risiko einer Vergiftung möchte ich nicht eingehen. Er hat schon einmal unseren Avocadobaum angefressen. Es  ging zwar glimpflich aus, doch ich möchte nicht noch einmal zum Tierarzt gehen müssen und um das Wohlergehen meines Katers bangen, der schlaff in der Ecke liegt.

Pflanzen, die es nicht geschafft haben

Letztes Jahr sind mir Waldmeister und Bärlauch eingegangen. Beides hätte ich gerne bei mir. Vielleicht dann irgendwann mal wieder.

Seid ihr auch schon im Pflanzfieber und könnt mir geheime Tricks verraten? Zum Beispiel dazu, wie ich die Petersilie zähme? Oder, was sich besonders gut für einen Balkon mit wenig Sonnenlicht eignet? :) Was pflanzt ihr auf eurem Balkon? Eher schön anzusehende Blumen, oder essbare Kräuter und Gemüse? Oder beides?


Mehr zum Thema lesen? Hier ist mein Eintrag über günstiges Balkongärtnern.


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5 Kommentare

  • Dina sagt:

    Ach, toll. Ich bin lange noch nicht so weit wie Du. Ein paar Keimlinge wachsen aber schon. Ich will immer mal Blumen pflanzen/saen, aber letztlich wird es doch nur Kraeuter und Gemuese.

    Petersilie kannst Du pfluecken, waschen, (ab)trocknen lassen, zerkleinern und einfrieren. Dann kannst Du zu Gerichten immer ein wenig hinzugeben. Ansonsten kannst Du die Pflanze an einen PetersilienliebhaberIn abgeben. :-)

    Hast Du Waldmeister und Bärlauch im letzten Jahr ausgesät oder gepflanzt?

  • Sabrina sagt:

    Macht doch nichts, dass du noch nicht so weit bist, der Sommer kommt ja erst. 😉

    Ja, auch im Tiefkühlfach liegt schon jede Menge Petersilie, aber ich komme mit dem Verbrauch echt nicht hinterher. Ich denke mittlerweile auch daran, sie zu verschenken, an jemanden, der sie mehr zu schätzen weiß. 😀

    Den Bärlauch habe ich letztes Frühjahr auf einem Markt gekauft, bei Waldmeister war es Saatgut, das nicht aufgegangen ist. Hast du Erfahrungen damit gemacht?

  • Dina sagt:

    Ich habe selbst noch keinen Bärlauch oder Waldmeister angebaut – bisher blieb es bei mir meist bei Kräutern und mal Tomaten. Ich finde es toll, dass Du es mal probiert hast – bisher habe einfach mal angenommen, dass neben dem Schatten auch der Waldboden (kalkhaltig) eine große Rolle beim Gedeihen gerade dieser Pflanzen spielt (bin aber keine Expertin).

    • Simsalabim sagt:

      Oh, ich dachte immer, das wären auch Kräuter. Du siehst, ich bin ebenfalls nicht besonders bewandert :)

      Da könntest du ja auch Recht haben, vielleicht war das der Grund, dass sie eingegangen sind. Obwohl das Hamburger Wasser bei mir extrem kalkhaltig ist. Es bleibt ein Ausprobieren, was gut wächst und was nicht.

      Wie sind die Tomaten bei dir gediehen? Hattest du sehr große Töpfe für sie? Ich bin gespannt auf euer neues Projekt. :)

      • Dina sagt:

        Bei mir läuft es mit Tomaten mal so, mal so – je nachdem, wo ich gerade wohne :-) Sie brauchen halt schon viel Sonne und vor allem viele Nährstoffe. Wahrscheinlich könnte man mehr ernten, wenn man künstlich dazu düngt…dann kommst Du vielleicht mit kleineren Töpfen aus, wenn Du wenig Platz hast.

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