Alte Muster festhalten – Zwischenstand aus dem Sprachprojekt.

Sprechblase: Anders sprechen

Dies hier ist ein Beitrag über mein Sprachprojekt. Zur Erinnerung: Ich will noch mehr auf meine Sprache achten. Hier findet sich der Beitrag dazu. Und hier der zweite.

Es fällt mir im Alltag sehr schwer, durchgängig auf meine Wortwahl und meine Formulierungen zu achten. In vielen Situationen wird von mir schnelles agieren gefordert und es fehlt schlicht und einfach die Zeit, reflektiert mit meinen Worten umzugehen, weil mein Gegenüber nun mal jetzt gerade eine Antwort möchte; jetzt und nicht in zwei Minuten, wenn ich ausreichend darüber nachdenken konnte, wie genau ich ihm antworten möchte.

Also bediene ich mich dann der Sprechweise, die ich gewohnt bin, die ich viele Jahre lang erlernt habe.

Ich denke, wir kennen das alle, wenn uns ein Satz aus dem Mund fällt, den wir Sekunden später schon wieder bereuen, weil er verletzend oder missverständlich ist oder Wahrheiten enthält, die wir nie preisgeben wollten. So schlimm ist es nun meistens nicht, aber mit etwas Abstand, wenn ich über eine Konversation nachsinne, fällt mir oft auf, wie anders ich mich hätte ausdrücken können; wie viel passender und schöner ich mich hätte ausdrücken können.

Gewohnheit ist stark und lässt sich nicht einfach ablegen, Veränderungen sind Prozesse. Deswegen will ich mir für das anders-sprechen auch noch mehr Zeit nehmen. Es wird vielleicht eine Weile dauern, bis sich merklich etwas verändert. Wichtig ist es, weiter zu machen und dabei zu bleiben.

Besonders stark hinterfrage ich mein Sprechen durch meinen aktuellen Job.

Ich arbeite in einem wissenschaftlichen Projekt. Meine Hauptaufgabe ist es gerade, qualitative Gesprächsinterviews zu führen. Später muss ich die Gespräche dann Wort für Wort transkribieren und bin so ständig damit beschäftigt, mir das, was ich früher mal gesagt habe, anzuhören und es zu verschriftlichen. Manchmal kann ich nur den Kopf schütteln darüber, wie unklar oder missverständlich ich mich ausgedrückt habe. Das wirkt aber sehr motivierend, weiter daran zu arbeiten.

Allerdings denke ich, dass sich dieser Faktor nie ganz eliminieren lässt. Spontanität bleibt und das, was mir als erstes einfällt ist offensichtlich nicht immer das perfekteste. Das ist auch okay. Sprache muss auch als alltagstaugliches Kommunikationsmedium funktionieren und kann nicht durchgängig das Objekt von endlosen Grübeleien sein.

Aber gerade, damit sie funktioniert und das, was ich ausdrücken möchte, präzise auf den Punkt bringt, möchte ich sie ändern.

Viele Gedanken dazu, das Thema bleibt mir weiterhin sehr wichtig und es wird sicher noch mehr Beiträge dazu geben…

Für’s erste wünsche ich euch Mitlesenden einen vortrefflichen Tag voller passender Worte und poetischer Gedanken.

 

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1 Kommentar

  • Papyrus sagt:

    Ja bitte mehr Beiträge zu diesem Thema. Ich tappe auch immer wieder in die Falle mich bei der mündlichen Kommunikation von meinen Gefühlen überrollen zu lassen. Auch ich muss da immer wieder an mir arbeiten. Immerhin, schriftlich habe ich mich im Griff. Ich finde das ist auch schon eine Leistung.

Was denkst du dazu?