Jenseits der Supermärkte. Drei Ideen, die Früchte des Herbstes zu ernten.
Du willst Zimtpflaumen machen, aber in der Obstabteilung bei Edeka gibt es mal wieder nur angegammelte Zwetschgen zu überteuerten Preisen? Deine Einmachgläser stauben in einer Schrankecke vor sich hin und möchten sich endlich gebraucht fühlen? Das Geld ist knapp, aber die Zeit reichlich vorhanden? Oder du hast einfach Spaß daran, Dinge mal anders zu machen, dich zu engagieren und Essen zu verwerten, das sonst vielleicht nie auf einem Teller landen würde?
Was auch immer deine persönliche Motivation sein sollte, hier habe ich mal drei Ideen gesammelt, abseits vom üblichen Einkauf an Früchte zu gelangen. Die Tipps können natürlich das ganze Jahr hindurch angewendet werden, doch im Herbst gibt es meiner Beobachtung nach oft besonders viele Früchte, die in sehr großen Mengen auf einmal reif sind, sodass es besonders sinnvoll ist, in dieser Jahreszeit aktiv zu werden. Viel Spaß!
Regionale Herbstfrüchte: Pflaumen, Äpfel und Haselnüsse.
Regional, saisonal und nicht für Geld zu haben: Die Früchte, die du selbst pflückst oder rettest.

1. Begehe Mundraub!

Auf www.mundraub.org werden Bäume, Sträucher und andere Pflanzen eingezeichnet, die an öffentlich zugänglichen Plätzen stehen. Das kann z.B. am Wegesrand  oder in einem öffentlichen Park sein. Dank der übersichtlichen Karte sind Pflanzen, die in der Nähe des eigenen Zuhauses stehen, schnell gefunden. Dann heißt es: Vorbeigehen und Mundraub begehen.

2. Rette Lebensmittel!

Ebenfalls über das Internet organisiert sich die Community von www.lebensmittelretten.de. Seit  ich mit eigenen Augen gesehen habe, was für erschreckende Mengen an guten Lebensmitteln mancherorts in der Mülltonne landen, kann ich nur empfehlen, sich dort zu engagieren. An einigen Tagen habe ich palettenweise Erdbeeren nach Hause geschleppt und konnte so manches Mal die Gemüseberge kaum transportieren. Das waren hochwertige Nahrungsmittel. Es ist wirklich schlimm zu sehen, wie viel momentan einfach abfällt, weil es aus verschiedenen Gründen nicht mehr vermarktet werden kann.
Das Prinzip von Lebensmittelretten: Gut organisiert werden Lebensmittel von Betrieben abgeholt, die sie nicht mehr benötigen. Märkte, Gastronomen, aber manchmal auch Discounter und Biomärkte nehmen teil und in Gruppen holen Lebensmittelretter*innen das Essen ab und verteilen es weiter oder behalten selbst, was sie verbrauchen können. Eine tolle und wichtige Idee.

3. Pflueck!

Die noch relativ neue Plattform Pflueck.org sorgt dafür, dass Bäume abgeerntet werden. Wer seinen Baum, z.B. aus Zeitgründen oder wegen mangelnder körperlicher Fitness, nicht selbst abernten kann, kann ihn eintragen. Wer Lust auf Obstpflückerei hat, kann sich ebenfalls eintragen und so wird zusammengebracht, was zusammengehört. Außerdem arbeitet pflueck.org mit gemeinnützigen Organisationen zusammen, die manchmal einen Teil des Obstes erhalten. Ich finde die Idee sehr schön und hoffe, dass sich da noch mehr entwickelt. Es gibt bereits so interessante Aktionen wie die gemeinsame Ernte eines 80 Jahre alten Winterapfels und auch auf dem zum Projekt gehörigen Blog werden bereits Marmeladenrezepte geteilt.
Momentan bezieht sich das Projekt, wenn ich das richtig verstanden habe, nur auf den Hamburger Raum. Allerdings arbeiten die Organisator*innen bereits daran, ihre Software so zu gestalten, dass auch andere Gruppen anderso damit arbeiten können und so lehnt es sich wohl für alle, pflueck.org im Auge zu behalten und auf eine Expansion zu hoffen. :) Ich wünsche pflueck.org ganz viel Erfolg!

sei kreativ!

Viele andere Möglichkeiten, an Früchte zu gelangen, ergeben sich oft einfach so. Vielleicht steht ja am Straßenrand ein Baum, den du ernten kannst, der nicht bei Mundraub.org eingetragen ist? Oder deine Nachbarn schaffen es nicht, ihren Holunder komplett zu verwerten? Außerdem gibt es ja noch den guten alten Schrebergarten, der dann allerdings natürlich etwas mehr Aufwand erfordert. Insgesamt denke ich, wenn man mit Interesse und offenen Augen durch den Alltag geht, ergeben sich manchmal von selbst Möglichkeiten, zumal diese Liste keine vollständige ist. Sicherlich gibt es auch noch eine Menge ähnlicher Projekte, teilweise auch regional.
Was hältst du von den vorgestellten Projekten? Hast du schon mal bei so etwas mitgemacht? Was sind deine Ideen, um Obst und andere Früchte zu finden?——————–Kokon aus Luft auf Facebook
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4 Kommentare

  • Green Maren sagt:

    Total super! Habe spontan bei Mundraub einige Holundersträuche in meiner Gegend gefunden, von denen ich noch nichts wusste. Allerdings stehen sie in einem Hundepark….Hmmmm…. Aber wirklich hilfreich, die Plattform werde ich ab jetzt nutzen. Vielen Dank für den Beitrag :-)

    • Sabrina sagt:

      Oh schön, freut mich, dass er dir eine Hilfe ist. :)

      Haha, da wäre ich auch vorsichtig, aber vllt wachsen ja ganz weit oben auch Beeren. Da, wo die Hunde nicht hingelangen… :)

  • Doreen sagt:

    Diesen Beitrag finde ich richtig gut!!! Ich hatte MUNDRAUB schon elber vorher genutzt und stehen oft an Gartenzäune und schaue sehnsüchtig auf das herunterfallende, faulende Obst dort am Boden, weil die Besitzer die Bäume nicht abernten!
    Danke für Deine Inspiration!

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