5 Shades of Hülsenfrüchte. Proteinreiches Verschlingen.
Liebe, Luft und Erbsensuppe!
Peace, Love, Hülsenfrüchte.

Ich versuche, mich immer ein wenig über Ernährung zu informieren und verschiedene Entwicklungen und Meinungen mitzubekommen. Einer der Hinweise, die mir seit vielen Jahren ständig unterkommen, ist der: Vegetarier*innen sollten viele Hülsenfrüchte essen. Lange lange Zeit fiel mir das ganz schön schwer. Bohnen oder Linsen gab es in meiner Kindheit nie und so habe ich irgendwie immer ein wenig Angst vor Hülsenfrüchten gehabt. Angst ist jetzt ein hartes Wort, aber tatsächlich muss ich sagen, dass es mir irgendwie davor grauste, sie zu essen und ich es einfach nicht über mich brachte. Manchmal liefen mir sogar Schauer über den Rücken, z.B. beim Gedanken an Linsensuppe. (Etwas dramatisch, ja.) Sicherlich liegt das auch daran, dass es mir einfach fremd war bzw. teilweise immer noch ist. Geschmack ist eben eng verbunden mit Gewohnheit.

Mein tief sitzendes Misstrauen gegenüber Hülsenfrüchten wurde etwas geringer, als ich 2008 das erste Mal von einer Falafel kostete: Ich möchte es fast als Erleuchtung beschreiben, so gut haben sie mir damals geschmeckt. Ich bin dem Falafelgott immer noch dankbar dafür, dass mir damals einige wohlmeinende Freundinnen dringend dazu rieten, dieses köstliche Gericht zu testen! Außer ab und zu Tofu und eben Falafel und irgendwann auch Hummus habe ich allerdings bis vor kurzem keine weiteren nennenswerten Hülsenfrucht-Erfahrungen gesammelt. Allerdings habe ich deutlich mehr Essensneugierde. Langsam aber sicher verschwindet die Phobie, mit jedem Gericht, das schmeckt, ein wenig mehr. Begleitet mich in diesem Beitrag auf meiner ganz persönlichen proteinlastige Reise durch die Welt der Bohnen, Erbsen und Linsen, auf der ich fünf Gerichte ausprobiert habe.

1. Black Bean Brownies nach dem Rezept vonKochtrotz

Black Bean Brownies
Black Bean Brownies
Obacht: Diese Brownies könnten auch deinen Mixer zerstören! Obwohl im Rezept davor gewarnt wird, habe ich es mit meinem uralten, gebrauchten Mixer versucht. Wäre ja langweilig, Warnhinweisen auch noch Glauben zu schenken. Er tat seine letzten Atemzüge, rauchte und stank. Nun muss ich mich um einen neuen Mixer kümmern. Glücklicherweise ist er am Ende des Mixens kaputt gegangen, als der Teig schon gut vermischt war. Die Brownies haben mir gut geschmeckt. Mit Brownies aus Mehl und Zucker finde ich sie allerdings nicht vergleichbar. Trotzdem ein empfehlenswertes Rezept, die Bohnen schmeckt man wirklich nicht heraus.

2. Türkische Linsensuppe nach dem Rezept von Eat-This

Linsensuppe mit Tomaten
Die wahre Herausforderung ist es nicht, Linsensuppe zu essen. Echte Kunst besteht darin, eine Linsensuppe so zu fotografieren, dass die Menschen sie danach noch zu sich nehmen wollen…
Da ist sie, die oben schon erwähnte Linsensuppe, meine persönliche Mutprobe. Sie ist so unscheinbar, aber doch wirklich lecker und auch ziemlich schnell gekocht. Praktisch finde ich an Linsensuppe außerdem dass es sich hier um ein sehr günstiges und zugleich herzhaftes Gericht handelt. Ein klassisches Armeleuteessen also. Ein bisschen Frische erhielt meine Suppe durch ein paar Tomaten. Es war durchaus lecker, aber jetzt auch nicht mein neues Lieblingsessen. Trotzdem, ich bin froh, dass ich die Linsensuppe bezwungen habe und so wieder ein neues Gericht kenne. Die Idee für die Tomaten fand ich, wie so viele tolle Kochideen, bei Vegan Guerilla.

3. Black Bean Burger

Black Bean Burger (vegan)
Auf Deutsch gibt es ziemlich wenige Rezepte für Black Bean Burger und an den englischsprachigen stört mich, dass die Mengenangaben in Tassen und nicht in Gramm gemacht werden. Also habe ich einfach Zwiebeln, diverse Gewürze und pürierte, gekochte Bohnen zusammengeschmissen und Patties daraus geformt, ohne einem Rezept zu folgen. Diese habe ich dann etwa 40 Minuten im Backofen gebacken, weil sie zu bröselig waren, um angebraten zu werden. Das Ergebnis erinnerte mich sowohl von der Farbe als auch vom Geruch her ein wenig an Leberwurst, die ich schon mein Leben lang gehasst habe. Mein persönlicher Fall war es also eher nicht, allerdings hat es einigen anderen Menschen durchaus geschmeckt. Also auch hier mal wieder: Geschmackssache. Ich für meinen Fall werde noch mal weiter herumprobieren und einige andere Varianten, z.B. mit Mehl, ausprobieren. Vielleicht kann ich dann ja bald mein eigenes Rezept dazu veröffentlichen.
Außerdem habe ich mir bei diesen Burgern auch mal die Mühe gemacht, die Brötchen selbst zu machen. Ich verfuhr nach dem Rezept vom Vollwert-Blog und war sehr zufrieden. Die Brötchen waren wirklich lecker, nur vielleicht ein wenig zu klein.

4. Salat aus Zuckerschoten und Dicken Bohnen

Zuckerschoten und Dicke Bohnen
Als ich eine alte Freundin im Haus ihrer Eltern besuchte, hatte ihre Schwester einen tollen Salat aus Zuckerschoten und Dicken Bohnen aus dem Garten für uns gemacht. (Danke an euch, falls ihr hier lesen solltet.) Der Salat war sehr einfach, aber unglaublich lecker. Da erinnerte ich mich an die Zuckererbsen, die ich als Kind immer mit meinem Großvater direkt von der Pflanze genascht hatte. Ein Gedicht voll frischen Geschmacks. Wie konnte ich das nur vergessen! Für meine vierte Hülsenfrucht-Idee musste ich mich also gar nicht anstrengen, sie landete wie von selbst auf meinem Teller. Zu Hause habe ich den Salat nachgemacht. Es ist so einfach, dass man dazu eigentlich kein Rezept braucht. Einfach die frischen Bohnen und Schoten schneiden und kurz in heißem Salzwasser kochen. (Die Bohnen kurz, die Schoten noch kürzer, wirklich nur eine Minute oder so.) Das Wasser abgießen und mit Pfeffer, Olivenöl, Schnittlauch und Petersilie abschmecken. Das wird es bei mir noch öfter geben. Es ist simpel und toll, das mag ich an Rezepten sehr.

5. Ratatouille mit weißen Bohnen

Ratatouille mit weißen Bohnen
Ratatouille ist ein tolles Gemüsegericht. Ich mag es, weil es durch die Kräuter und den Knoblauch so aromatisch ist. Es ist für mich auch ein schönes Beispiel für ein Gericht, welches von Natur aus vegan ist und dem es an nichts mangelt. Letztens habe ich das erste Mal welche selbst gekocht, und mich dabei in etwa an das Rezept von Essen-und-Trinken gehalten. Nur bei den Tomaten habe ich gekaufte passierte Bio-Tomaten benutzt, was dem Geschmack nicht geschadet hat. Hinzugefügt habe ich am Ende 100 g weiße Bohnen, die ich nach Packungsanleitung eingeweicht und gekocht habe. Pro Portion einen Löffel der Bohnen hinzufügen und es ist etwas sättigender, aber immer noch sehr aromatisch. Das hat gut funktioniert. Und, noch wichtiger, damit wäre mein Hülsenfrucht-Experiment endlich abgeschlossen.

nur für eine Überschrift die eigene Komfortzone verlassen

Es hat mehrere Monate gedauert, bis ich diese Liste fertig stellen konnte. Wochenlang hatte ich absolut keine Ideen und irgendwie auch keine Lust, weiter herumzuprobieren. Nein, ich steh‘ nicht wirklich auf Bohnen, das weiß ich jetzt ganz sicher. Irgendwann konnte ich allerdings nicht mehr zurück und musste den Artikel schreiben, da ich meine trashige Überschrift schon ersonnen hatte und unbedingt um jeden Preis benutzen wollte, nein, musste. Die Freude an flachen Wortwitzen hatte in diesem Falle Vorrang vor meiner Linsenangst. Meine Hoffnung: Für jede*n ernsthafte*n Leser*in, der*die meinen Blog nun deabonniert, weil ich mit der Überschrift die Grenze des guten Geschmacks ein wenig übertreten habe, haut sich irgendwo jemand verstohlen auf die Schenkel. Abschließend zeigt sich: So wirklich ein Fan von Hülsenfrüchten bin ich nicht und werde ich wohl auch nie werden, obwohl sich aus ihnen einiges herstellen lässt. Vielleicht habe ich ja jemanden zu einer Linsenorgie inspiriert. Ich verkneif mir weitere Anspielungen. Es wird keine Fortsetzung dieses Artikels geben und nächstes Mal auch wieder eine intelligentere Überschrift. Happy Erbsenessen! (Mehr über Ernährung und Rezepte gibt es im entsprechenden Sammelpost.)
Magst du Hülsenfrüchte oder kannst du meine Abneigung nachvollziehen? Was ist dein Lieblingsrezept mit Bohnen, Erbsen, Linsen?
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4 Kommentare

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