Missgeschicke in der Küche.
Huch! Ups!

Ziemlich lange habe ich hier keine Rezepte mehr veröffentlicht, obwohl essen und die Zubereitung von essen doch so etwas tolles ist! Ich koche und backe immer noch gerne, fand aber andere Themen einfach relevanter. Um das Ernährungsthema nicht ganz verfallen zu lassen, seien hier ein paar meiner jüngsten Missgeschicke dokumentiert. Scheitern statt Hochglanzphotos. Reste statt Rezept.

der Mandelmus-Mörtel

Auf Tasty-Yummies (englischsprachig) habe ich eine detaillierte Anleitung für Nusscrémes gefunden. Da der vegane Teil des Internets Mandelmus zur eierlegenden Wollmilchsau der Ernährung hochjubelt, wollte ich es nun auch mal damit probieren. Das alles gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. Der Pürierstab, den meine Mutter mir erst kürzlich vermacht hatte, heizte sich in erschreckender Geschwindigkeit auf. Schon nach einigen Minuten des Mixens auf der niedrigen Stufe drangen sanfter Rauch und ein verdächtiger Geruch nach verschmortem Plastik aus den Tiefen dieses Hausfrauentraums. Daraufhin verordnete ich dem schwächelnden Helden eine Zwangspause im Gefrierschrank, damit er sich dort von der anstrengenden Arbeit erholen kann. Zwei Stunden später, der Pürierstab erkaltet, ging es weiter.   Ich erhielt eine zähe Masse, die mehr mit Beton als mit cremigem Mus gemeinsam hat. Mit dieser Masse hätte ich mir das Fundament eines kleinen Häuschens errichten können, aber sicherlich kein Brot beschmieren. Nach zwei Tagen, in denen der kontinuierliche Rhythmus des abwechselnden Pürierstab gefrieren und dann wieder Mandelmasse mixen meinen Lebensrhythmus bestimmte, gab ich auf. Mit einer ganzen Menge Ahornsirup, großzügig Zimt und etwas Öl habe ich eine immer noch äußerst feste, aber annährend streichfähige Substanz erschaffen.

Äpfel mit Mandelmus
Die einen nennen es Mörtel. Andere sagen dazu wohlwollend ,,Energiebällchen„.

So mussten die Mandeln immerhin nicht in den Biomüll. Sie, also die Mandelsubstanz, schmeckt ganz gut mit Apfelstücken. Trotzdem war dies wohl mein vorerst letzter Versuch mit Nusscrémes. Schade eigentlich, aber mit dem Pürierstab würde ich gern noch weitere Experimente durchführen können.

der Salat mit dem Spinat

Es hätte alles so schön sein können. Gebratene Pfirsiche sollten sich, so das Rezept, welches ich online leider nicht mehr finden kann, mit etwas Quinoa und einem ausgefallenen Dressing zu einem harmonischen Ganzen verbinden. Als Krönung gäbe es dazu eine ganze Menge frischen Babyspinat. Gerade die richtige Menge an selten bei mir zu Hause vorrätigen Zutaten, um mich herauszufordern. Dazu ein appetitanregendes Bild. Ich hatte wirklich Hunger auf diesen Salat, ich stellte ihn mir sehr lecker vor. Tagelang malte ich mir aus, wie ich ihn zubereiten und genießen würde. Irgendwann schaffte ich es dann endlich, Babyspinat zu kaufen. Den hatte ich noch nie gegessen, aber er wirkte lecker, wie er da in seinem frischen Grün in die Plastischlage drappiert war. Hungrig, ich möchte fast sagen, ausgehungert, kam ich nach Hause, Spinat und Pfirsiche in meiner Tasche. Dann musste ich leider feststellen, dass ich Babyspinat absolut nicht mag.

Spinat? Nee! (Muster aus Spinatblättern)

Sagte ich ,,nicht mögen„. Das stimmt nicht ganz. Ich hasse ihn. Ich schäme mich dafür, ein Lebensmittel zu verabscheuen, für das andere Menschen dankbar wären, aber es ist die Wahrheit. Roher Spinat und ich, das wird nichts mehr. Nicht in diesem Leben und auch nicht im nächsten. Überhaupt nie. Allein schon der Geruch! Aus der Traum vom ausgefallenen Spinatsalat, an diesem Tag gab es Nudeln. Es ging wirklich nicht. (Bald versuche ich es dann mal mit Rucola…)

Achja. Vor einiger Zeit war da übrigens auch noch das Nudelteigdesaster, das in einem tiefgefrorenen steinharten Teigklumpen, welcher nie weiter verarbeitet wurde, endete. Mir fällt so einiges ein, was nicht so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bei häufigem Experimentieren bleibt das wohl nicht aus.

Was ist in deiner Küche schon mal so richtig schief gegangen?

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2 Kommentare

  • Papyrus sagt:

    Herrlich, vielen Dank für diesen Beitrag. Er hat richtig gut getan. Ich bin in der vegetarischen Küche auch sehr experimentierfreudig. Vor Jahren gab es in einer Kochzeitschrift diverse Arten Sauerkraut zu kochen. Italienisch, exotisch, wie auch immer. Ich hatte mich für die exotische Variante entschieden, mit frischem Ingwer und Curry. Ganz ehrlich? Es war ungenießbar. Eine Zusammenstellung die gar nich funktioniert. Das war wirdlich das erste Mal, dass ich Essen wegkippen musste.
    Ach so. Nudelteig wollte ich auch immer mal selber machen, ich werde es lassen ;-)))

    • Sabrina sagt:

      Ach, schön zu sehen, dass es nicht nur mir so geht! :) Das mit dem Sauerkraut könnte ich sein, wirklich. Vielleicht liegt es auch an den ganzen Rezepten, die neugierige, am Kochen interessierte Menschen so finden.

      Freut mich, dass ich dir das Nudelteigproblem ersparen kann. :)

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