Essensreste verwerten: geröstete Hokkaidokerne
Seit jeher ist es mir ein Graus, Essbares wegzuwerfen. Ganz besonders unangenehm ist es, wenn es sich um Lebensmittel handelt, die nicht etwa verdorben sind, sondern theoretisch durchaus noch verzehrfähig wären. Als ich neulich aus einem einzigen Kürbis diese ganze Schale voll Kerne entfernt habe, habe ich mich endlich mal darüber informiert, wie man diese weiter zu einer gesunden Knabbereiverarbeiten kann. Ich präsentiere: geröstete Kürbiskerne, fast so gut wie Pistazien.
frisch herausgepulte Kürbiskerne
Viel zu schade für den Müll!

1. einweichen

Am Anfang sind die Kerne ja noch voller Fruchtfleisch, also müssen sie über Nacht in reichlich gesalzenem Wasser eingeweicht werden.
Kürbiskerne weichen ein

2. Fruchtfleisch entfernen

Am nächsten Tag folgt dann die Friemelarbeit: Das restliche Fruchtfleisch muss mit den Fingern von den Kernen abgemacht werden. Das dauert eine Weile. Was dabei auch hilft: Die Kerne in einem Sieb mit einem starken Wasserstrahl abspülen. Bei mir hat das immer noch nicht alle Reste entfernt, wie hier zu sehen ist:
ausgespülte Kürbiskerne im Sieb
 Also habe ich noch ein sauberes Geschirrtuch genommen und die Kerne damit abgerieben. Achtung, das Tuch könnte Flecken davontragen.

3. backen

Wenn die Kerne dann endlich befreit sind vom orangen Kürbisinhalt können sie auf einem Backblech mit Backpapier verteilt werden, also ungefähr so:
ab in den Backofen mit den Kernen
Jetzt noch einen Teelöffel Salz über den Kernen verteilen und den Backofen auf ca. 170 ° C einstellen. (Kein Vorheizen!) Nach etwa zehn Minuten müssen die Kerne einmal umgerührt werden, damit sie auch gleichmäßig gebacken werden. Anschließend müssen sie noch mal etwa fünf bis zehn Minuten im heißen Ofen bleiben. Die optimale Zeit habe ich noch nicht ganz herausgefunden, die verschiedenen Anleitungen im Internet widersprechen sich, also empfehle ich lieber einmal zu oft kontrollieren.
fertige, geröstete Kürbiskerne
Fertig ist der Kürbiskernsnack aus Zutaten, die andernfalls im Biomüll gelandet wären.

4. Snack knabbern

Mit insgesamt 25 Minuten waren meine Kerne etwas zu lange im Ofen. Trotzdem schmecken sie gut. :) Nächstes Mal werde ich aber versuchen, sie in der Pfanne zu rösten, das verbraucht weniger Energie. Ich bin aber überrascht, dass es so einfach ist, die Kürbiskerne weiter zu verarbeiten. Sie sind viel zu schade zum Wegschmeißen…
[Kleiner Exkurs: Ich denke, wenn es darum geht, wie der gesamten steigenden Weltbevölkerung in Zukunft ein gutes Leben ermöglich werden kann, werden solche Techniken wieder Bedeutung gewinnen: alle Ressourcen (denn nichts anderes sind solche vitaminreichen ,,Abfälle“ wie Kürbiskerne) müssen verwendet werden. Da kommen auch die traditionellen Gemüsesorten ins Spiel: die heute verkauften Kürbisse sind eher spezialisiert: Entweder ist die Frucht an sich gut, lecker und lagerfähig oder es handelt sich um einen Ölkürbis mit ergiebigen Kernen, dessen Frucht aber nicht so schmeckt. Ich bin keine Expertin für Kürbissorten und vielleicht gibt es solche Kürbisse ja auch heute noch, aber ganz generell würde ich hieraus den Schluss ziehen, dass es durchaus gefährlich ist, wenn die Biodiversität/Sortenvielfalt so schwindet. Was denkt ihr darüber? Kennt ihr noch alte, besondere Obst- oder Gemüsesorten? Da ich in der Stadt wohne, kenne ich mich mit so etwas leider nicht aus, aber das Thema interessiert mich sehr.]

Hast du schon mal Kürbiskerne angeröstet? War mein Beitrag hilfreich? Gibt es noch Tricks an der Sache? Schreibe gern einen Kommentar!


 

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