Momente in Brüssel
Noch ganz neu in der Stadt, auf dem Weg zu unserem Hotel, stoßen wir auf Dreharbeiten. Direkt vor einer alten Kirche wird gefilmt. Ich denke an ein Historiendrama oder einen Kinofilm. Das Gerät, mit dem künstlicher Regen erzeugt wird, ist eine aufwendige Krahnkonstruktion. Doch dann wird hier nur ein Werbespot produziert. Für Skoda. Ich erinnere mich noch an die gelben Socken des Schauspielers.

Mehrmals kommen wir an kleinen, urigen Buchläden vorbei, die bis zur Decke mit Büchern vollgestopf sind. ,,Ach, könnte ich doch Niederländisch, oder wenigstens Französisch„, dachte ich in diesen Momenten meistens. Ich hätte so gern ein Buch gekauft an einem dieser gemütlich-entspannten Orte, um dann ein paar Wochen später nicht nur etwas zum Lesen zu haben, sondern mich auch an Brüssel zurück zu erinnern. Egal, wie viele Sprachen ich in meinem Leben noch lernen werde, es werden immer noch welche fehlen.

Einen ganzen Abend lang Stille wahrnehmen, in einem winzigen Zimmerchen spüren, wie die Zeit vergeht. Viel zu lange habe ich nicht mehr nichts getan. Vom Dachboden aus über die Hausdächer schauen, kühle Nachtluft spüren und sich in in wirren Gedanken verlieren, die in diesem Moment alles bedeuten. Solche Gegebenheiten sind es, die in meinem Gedächtnis bleiben werden.

Stundenlang sitzen wir in Cafés und trinken schwarzen Kaffee, beobachten die Menschen und den Regen, der die meiste Zeit gegen die Fenster prasselt. Das, was ich auf Reisen tue, unterscheidet sich nicht so sehr von dem, was ich zu Hause tue. Aber ich halte mich in einer neuen Umgebung auf, während ich es tue und die Details, die sich verändern, wirken belebend. In einem Hotelbett schläft es sich anders als im wohlvertrauten Zuhause, in jeder Stadt sind die Häuser etwas ungewohnt gebaut und überall, wo ich nicht seit Jahren lebe, sind die Menschen mir ein klein wenig fremd, auf eine angenehme Weise.  Und so bin ich vielleicht ich deswegen so gerne unterwegs, weil ich es genieße, woanders zu sein.

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2 Kommentare

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