ein geschlossener Bohnenkreislauf!
Manchmal ergeben sich Dinge einfach, fast ohne, dass man etwas dafür tut. Das Buschbohnen-Saatgut ist so ein Fall: weil ich im Urlaub war und danach viel mit meinem Nebenjob und Hausarbeiten für die Uni zu tun hatte, habe ich mich nicht besonders gut um meine Pflanzen gekümmert. Ein paar Tage später waren ein paar der Bohnen vertrocknet und ich voller Scham für meine Versäumnisse.
Das erste Mal, dass mir Pflanzen eingegangen sind, ein wenig traurig bin ich daher schon. Für die Bohnen kann ich nun nichts mehr tun, es ist vorbei mit ihnen. Allerdings können sie noch etwas für mich tun und mir Saatgut schenken, eine Organspende leisten, quasi. :)
Dass es relativ einfach ist, hatte ich vorher zufällig schon recherchiert: Die kleinen Samen in der Schote (ca. fünf Stück pro Schote) müssen, wenn alles schon so vertrocknet ist wie bei mir, nur noch herausgelöst werden und ein paar Tage durchtrocknen. Das tun sie just in diesem Moment und bald folgt mein Test, bei dem sich zeigen wird, ob die Samen tatsächlich keimen.
Wichtig ist natürlich, dass es sich bei der Bohnenpflanze nicht um eine Hybridzüchtung (F1 o.ä.) handelt: dann würde wahrscheinlich irgendetwas komisches dabei herauskommen. Es muss eine samenfeste Pflanze sein. Da ich beim Pflanzen meiner Bohnen demeter Saatgut verwendet habe, bin ich mir da sicher. Saatgut und auch Gemüse von demeter sind nämlich garantiert samenfest.

Wenn ich das ganze professioneller tun wollen würde, gäbe es da noch einen Haken: die Auslese. Normalerweise und auf lange Sicht ist es sinnvoller, aus den starken, großen, widerstandsfähigen Pflanzen Saatgut zu gewinnen, damit die neuen Pflanzen, die daraus wachsen ebenfalls über diese Eigenschaften verfügen. In meinem Fall sind es eher die schwachen Pflanzen, die sich vermehren dürfen, nämlich diejenigen, die bei dem Wassermangel zuerst schlapp gemacht haben und ihr Leben verloren haben. 😀 Da ich nur zum Spaß herumprobiere, finde ich das aber nicht weiter tragisch.
Stattdessen bin ich ganz beseelt von dem Gedanken, dass ich nun nie wieder Bohnensaatgut kaufen muss und trotzdem immer Bohnen anbauen kann. Der Kreislauf braucht keinen Input von außen in Form von neuem Saatgut. Das ist für mich Nachhaltigkeit im Kleinen und eine Erinnerung daran, wie es in der Natur funktioniert.
…und so ist aus ein paar vernachlässigten Pflanzen doch noch etwas Gutes entstanden.
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PS: Mehr solche Sachen finden sich in der Selbstmach-Übersicht. :)
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