meine Ernährung
Das Thema Ernährung  nimmt für mich eine recht wichtige Rolle in meinem Leben ein, und so möchte ich hier mal zusammenfassen, welche Aspekte mi persönlich dabei wichtig sind. Diese Gedanken spiegeln sich auch in den Rezepten wieder, die ich gelegentlich veröffentliche und ich finde es auch immer wieder ein interessantes Thema. So esse ich:

Vegetarisch: Es hat seine Gründe, dass ich als erstes auf diesen Punkt zu sprechen komme: Es ist mir wichtig. Ich habe, als ich fünfzehn war, aufgehört Fleisch zu essen, weil ich für mich keine Antwort auf die Frage finden konnte, wie ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wenn meinetwegen ein fühlendes Lebewesen stirbt. Ich wollte die furchtbaren Zustände in der Massentierhaltung nicht länger unterstützen und habe mich schon als Kleinkind vor allem geekelt, was mich daran erinnert hat, dass das Schnitzel mal ein Tier war. (Sehnen etc.) Dazu kommen mehrere Erlebnisse, bei denen Tiere geschlachtet wurden, zu denen ich eine persönliche Beziehung hatte. Schon immer hat sich das Essen von Tieren für mich falsch angefühlt, lange habe ich es trotzdem getan. Seit sieben Jahren esse ich aber vegetarisch und es fühlt sich richtig an. Es gibt mir eine spezielle Art von innerem Frieden, in Einklang mit meiner Überzeugung zu leben. Noch immer kann ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, Fleisch zu essen, könnte es auch nicht, wenn es ein glückliches Schwein war, dass sich vorher im Schlamm gesuhlt hat. Ich finde einfach keinen für mich überzeugenden Grund, warum das in Ordnung sein sollte. Zu den meist katastrophalen Haltungsbedingungen von Nutztieren kommen grundlegende ethische Gründe.

So gesund und damit so vollwertig wie möglich: Ich will hier klarstellen, dass gesund essen für mich nicht gleichzusetzen ist mit wenig oder extren kalorienarmem Essen! Ich möchte gesund essen, weil es mir gut tut und nicht, um schöner auszusehen. Meiner Meinung nach kann eine Frau mit zehn Kilogramm Übergewicht, die aber ausgewogen isst, sich weitaus gesünder ernähren als eine Reiswaffel essende Diätfanatikerin, die diverse Nährstoffmängel hat (das selbe gilt für die männliche Version). Was gesund für mich im Speziellen bedeutet? Ich esse sehr wenig Zucker, wenn, dann nur Rohrohrzucker. Bei Getreideprodukten (Brot, Nudeln) bemühe ich mich immer um die Vollkornvariante, ebenso bei Reis. Früher war ich eine echte Naschkatze. Ab und zu habe ich immer noch ganz viel Lust auf Schokolade (zyklusbedingt?), die ich mir dann auch gönne, aber insgesamt esse ich deutlich weniger Süßigkeiten als früher. Außerdem gibt es öfter mal Salat und ich habe meinen Obst- und Gemüseverzehr stark gesteigert. Generell versuche ich, möglichst unverarbeitete Nahrungsmittel zu mir zu nehmen und esse so gut wie gar kein Fertigessen mehr. Außerdem macht es Spaß, das Essen bewusst zu genießen und oft frisch zu kochen. Das tut mir und meiner empfindlichen Haut gut, es fühlt sich gesund an, und ist eine super Sache! (Außerdem versuche ich natürlich, Mangelerscheinungen zu vermeiden und meinem Körper alle notwendigen Vitamine usw. zuzuführen.) Aus Spaß am Experiment werde ich bald mal versuchen, mein Essen in ein Computerprogramm einzugeben, dass mir anzeigt, ob ich alle Nährstoffe und Vitamine in ausreichender Menge erhalte. Ich bin da guter Dinge und mache mir eigentlich keine Sorgen, fände es aber einfach mal interessant.

Lecker: Es muss schmecken, Essen macht schließlich im Idealfall richtig viel Spaß. Da ich ein wenig krüsch bin, ist das manchmal nicht so leicht, auch hier will ich aber keine Kompromisse machen. Zum Glück hat sich mein Geschmack weiterentwickelt. Heutzutage mag ich viele Gemüsesorten, die ich vor ein paar Jahren nicht angerührt habe, sehr gerne. Auch Gewürze sind mir jetzt wichtiger. Früher habe ich regelmäßig Tiefkühlpizza gegessen, die rühre ich jetzt nicht mehr an. Es schmeckt mir einfach nicht mehr. Mir fällt immer wieder auf, wie viel Geschmack anscheinend auch mit Gewohnheit zu tun hat. Das ist gut, weil sich Gewohnheiten mit gutem Willen ändern lassen und so gibt es wohl für alle noch Hoffnung. :)

Abwechslungsreich: Eigentlich erklärt sich das wohl aus den Faktoren gesund und lecker. Einmal etwas zu kochen und dann drei Tage davon zu essen wäre zwar praktisch, ist aber leider gar nichts für mich, es langweilt mich einfach. Also gibt es  jeden Tag etwas anderes und ich versuche auch, wenn die Zeit da ist, neue Rezepte auszuprobieren. Wenn ich ein neues Lebensmittel (z.B. eine Obstsorte) entdecke, das mir vorher noch nicht bekannt war, ist das jedes Mal eine Freude! Außerdem versuche ich nicht immer alles mit Weizen zu machen, sondern beim Getreide mehr zu variieren und auch mal Dinkel, Roggen etc. zu verwenden und nicht zu viel Soja zu essen, sondern lieber auch mal Hafermilch.

Bio und fair gehandelt: Ich kann es mir nicht leisten, alles im Bioladen zu kaufen (bzw. könnte ich als Studentin dann wirklich kaum noch Geld für andere Dinge ausgeben und es ist mir schon wichtig, auch ein soziales Leben zu haben und z.B. mal etwas trinken gehen zu können und ähnliches und nicht jeden einzelnen Cent im Monat für Essen auszugeben:)), weswegen ich nicht 100 % bio kaufe, aber schon einen gewissen Anteil. Mein Kaffee ist meist fair gehandelt, bei anderen Sachen fände ich es ebenfalls erstrebenswert, mehr fair trade zu kaufen.

So vegan wie möglich:  Zu Hause esse ich momentan keinerlei Tierprodukte. Unterwegs achte ich auch darauf, mache aber ab und zu Ausnahmen. Meistens gibt es die Ausnahmen dann, wenn es wenig Alternativen gibt oder ich unter Menschen bin, die nicht so ein Bewusstsein dafür haben und ich gerade keine Lust auf Erklärungen oder Verkomplizierung der Situation habe: wenn meine Omi extra für mich Erdbeertörtchen macht und stolz drauf ist, dass sie ohne Gelatine sind, bringe ich es nicht über’s Herz, die abzulehnen. Auch bei Pizza finde ich es schwer, dem Käsegeruch zu widerstehen. Zudem frage ich bei manchen Dingen nicht nach, ob sie vegan sind, bin also nicht immer ganz sicher. Der Grund dafür, dass ich insbesondere Milch, Eier und das, was daraus gemacht wurde, nicht essen will, sind auch hier wieder die Haltungsbedingungen der Tiere.

So kostengünstig wie möglich:  Ja, auch das geht, obwohl viele andere Kriterien vorhanden sind. Ich kaufe wenig Ersatzprodukta a la Veggie-Bratwürstchen und Co und esse glücklicherweise ziemlich gerne Reis. Selbst kochen ist grundsätzlich deutlich günstiger. Das, was an meiner Ernährung teuer ist, sind frisches Obst und Gemüse und die sind es mir wert. Als ich Vegetarierin war und noch nicht auf bio geachtet habe, habe ich ca. 100 € im Monat für Lebensmittel ausgegeben. Jetzt sind es 150 – 200 (je nachdem, wie sehr ich beim Einkaufen auf’s Geld achte oder eben nicht und, wie viel davon bio ist) und da sind schon ein paar Cafébesuche im Monat und das Katzenfutter miteingerechnet. Ich kenne Menschen, die sich schlechter ernähren und trotzdem deutlich mehr ausgeben, von daher finde ich nicht, dass ich viel für Lebensmittel bezahle und bin zufrieden mit diesem Wert.

Alles in allem steht da ziemlich oft ein ,,…wie möglich„. Ich kann diese Kriterien in keine Rangordnung bringen, bis auf den Vegetarismus ist nichts davon eine muss-auf-jeden-Fall-Aussage. Meine ideale Ernährung sieht aber so aus und die Realität nährt sich dem Ideal immer weiter an. Am häufigsten ist es dann wohl doch der Gesundheitsaspekt, der vernachlässigt wird, meistens unterwegs. Unterwegs Vollkornbrötchen zu bekommen oder im Restaurant etwas gesundes zu essen (das kein Salat ist) ist irgendwie schwierig, bei meiner Familie gibt es ebenfalls selten gesundes Essen. Mir geht es aber insgesamt gut damit und die kleinen nicht so idealen Situationen will ich jetzt auch nich überbewerten. Es hat mir insgesamt mehr Lebensqualität gegeben, mich mit Ernährung zu beschäftigen. Die paar nicht ganz so idealen Mahlzeiten spielen für mich keine große Rolle, denn zur verkniffenen Diättussi, die sich aus Angst vor ungesundem Essen nicht mehr in die Gesellschaft wagt, will ich nun wirklich nicht werden und, wenn das ganze zu viel Stress bereitet, ist es einfach nicht mehr Sinn der Sache.

Hier überall gibt es Fotos, die die ganze Theorie wenig praktisch visualisieren. Ihr seht dort von oben nach unten ein paar Fotos aus den letzten Tagen:

– frisch gepresster Apfel-Orangensaft (etwas ganz ganz anderes als abgepackter Saft!)
– eine Scheibe Brot mit Kichererbsenaufstrich und essbaren Blüten vom Balkon
– einen Erdbeershake (Erdbeeren und Sojamilch zu gleichen Teilen)
– Salat aus Gurke, Avocado und Wassermelone (die Kombination ist super!)
– veganer Auflauf: Dinkelvollkornnudeln und Brokkoli, zusammen überbacken
– Auvergine, Zucchini und Gnocchi in Tomatensauce
– Vollkorn-Focacchia mit Cherrytomaten
– stellvertretend für diverse Reisgerichte: ich hab mal Pilaw versucht, der neben Gemüse auch Aprikosen, Mandeln und viele Gewürze enthält und mit Minzsauce gegessen wird
– Müsli mit Hafermilch und Beeren
– Hirsepfanne mit Champignons, Paprika, Zucchini

Jetzt würde ich mich über Kommentare freuen. Was haltet ihr von meinen Kriterien? Wie ernährt ihr euch? Ist Ernährung wichtig, oder kann man_frau sich die ganze Mühe um ein bisschen Essen auch einfach sparen? Nährstoffe oder Genuss, was ist entscheidend? Kann man am Essen sparen? Was ist euch beim Essen wichtig? Habe ich wichtige Aspekte vernachlässigt? So viele Fragen, ich finde sie alle irgendwie wichtig.

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