selbst gemacht: Waschmittel aus Kernseife
Alles begann mit ein paar unscheinbaren Seifenstücken…
wichtigste Zutat für das Waschmittel: fair gehandelte Seife
Mir ist immer noch nicht ganz klar, warum, aber vor etwa zwei Jahren gab es eine äußerst merkwürdige Häufung von Seifengeschenken an mich. Ich benutze keine Kernseife und habe trotzdem von mehreren Leuten ständig edle Seifenstücke geschenkt bekommen: zum Geburtstag, zu Weihnachten, einfach nur so.
schwarzer Würfel aus Seife
Auch dieses Seifenstück war ein Geschenk.
Leider scheiterte der Versuch, diese Seifenstücke weiterzuschenken, grandios. Offensichtlich benutzt heutzutage kaum noch jemand so etwas. (Verschenkt es aber gerne. :D)
Als mir meine damalige Mitbewohnerin sagte ,,Auf Reisen kannst du damit alles machen, Haare waschen, Wäsche waschen…„, wurde ich hellhörig. Im Internet habe ich dann herausgefunden, dass man auch Flüssigwaschmittel aus Seife herstellen kann.
Ich habe ein Rezept auf einem österreichischen Blog gefunden, das sofort funktioniert hat, nachdem ich einmal herausgefunden hatte, wo es Waschsoda gibt. Antwort: in der Drogerie, für 99 Cent. Da ich das Rezept so weit empfehlenwert finde, verweise ich einfach nur darauf und schildere den Ablauf hier jetzt nicht noch mal im Detail.
umrühren
Vielleicht noch ein kleiner Hinweis: bei mir ist das ganze überraschend fest geworden, das scheint vor allem an der jeweiligen Seife zu liegen, die man verwendet, somit ist die Konsistenz nie ganz vorhersagbar.
Das macht aber nichts: man kann nämlich einfach heißes Wasser darüber gießen und das Waschmittel somit ,,strecken“. Dazu ist es allerdings förderlich, wenn es nicht schon in einer Flasche ist.
Also: vor dem endgültigen Abfüllen auf jeden Fall noch mal zwei Stunden warten und gucken, ob es noch dick wird.
Ich bin mit der Waschkraft für den Alltagsgebrauch zufrieden: Flecken gehen weg, Gerüche auch. Mir kommt so weit alles sauber vor. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass meine Sachen nie besonders dreckig sind.
Ob es bei Leistungssportlern oder kleckernden Babies immer noch reicht, kann ich nicht sagen. Teilweise kommen mir die Sachen etwas fusseliger vor, als bei der Waschpulver-Wäsche.
Noch ein Hinweis: Es kommt durchaus vor, dass Kernseife aus Schlachtabfällen hergestellt wird. Ih Gitt! Also immer schön drauf achten, dass es eine Seife aus pflanzlichen Fetten ist.
Und: konventionelles Waschmittel entkalkt auch. Das tut diese Mixtur nicht. Ich habe diesen Fakt bis jetzt sträflich vernachlässigt, da ich ab und zu sowieso noch mit Waschpulver wasche, so für’s Gefühl und bei sehr dreckigen Sachen, wenn sie denn mal anfallen.
Tatsache ist: wenn man langfristig mit dem selbst gemachten Mittel wäscht, sollte man wohl zusätzlich die Maschine entkalken, vielleicht mit Essig. Ich informiere mich bald.
Insgesamt würde ich das selbst machen von Waschmittel aber empfehlen, ein kleines Seifenstück ist schon sehr ergiebig, die Prozedur ist weder kompliziert noch langwierig und für Allergiker_innen ist das ganze auch super!
Gratis dazu gibt’s Alchimistinnen-Feeling beim Panschen in der Küche und vom intensiven Seifengeruch verschreckte Mitbewohner_innen. :)

Nachtrag am 09.07.2014: Zum Weiterlesen empfehle ich auch den Erfahrungsbericht bei Red Queen’s Tomp, die ebenfalls versucht hat, was ich versucht habe.

Könnt ihr von Erfahrungen mit selbst gemachtem Waschmittel berichten?

Kokon aus Luft auf Facebook.

Google+Tweet about this on Twittershare on TumblrPin on PinterestShare on Facebook

6 Kommentare

  • Ich finde Flüssigwaschmittel herstellen eine unnötige Patzerei. Ich mach einfach Waschpulver: Kernseife fein geraspelt und Kristallsoda 1:1 gewichtsmäßig. Ich verwende immer die Kernseife von ich glaube Sodasan… Na die ausm Biosupermarkt halt.
    Meine ursprüngliche Motivation war, neben dem Ökofaktor und der Lust am DIY auch, eine günstige Alternative zum Allergikerwaschmittel vom dm zu erhalten (ich vertrag normales Waschmittel nicht).
    Leider wird bei mir auf Dauer die Wäsche… Speckig? Überpflegt? Und ich muss daher immer wieder mal das Ultra Sensitive Flüssigwaschmittel zwischenschieben.
    Außerdem nimmt seifengewaschene Wäsche Staub ausder Umgebung sehr gern an. Ich kenne das von meinen Haaren, da war das Problem trotz Essigspülung (ich gebe ja auch immer Essig ins Weichspülerfach)und dem sehr weichen Wiener Leitungswasser da. Bei den Haaren hab ichs gelöst, indem ich das Kokosöl (schäumendes Basisöl) durch das schweineteure Babassuöl ersetzt hab, was für Waschmittel jetztehlich gesagt nicht meie Möglichkeit ist.
    Denn auch so finde ichmein DIy-Waschpulver nicht wirklich billiger als das dm Ultra Sensitive Flüssigwaschmittel. Ich hab eine 4kg Mini-Waschmaschine, wo ich schon immer so 2 gehäufte EL von dem Pulver brauch, damit die Wäsche sauber wird. Und meine Wäsche ist nie dreckig, nu stinkig.
    Ich nehme das Waschpulver trotzdem gern in Abwechslung mit dem Fertigwaschmittel. Es ist jaschon ein bissi öko u d außerdem verwend ichs zum auskochen von putzfetzen, weil das fertige Flüssigwaschmkttel geht nur bis 60 grad. Keine ahnung, was passiert, wenn ich heißer wasch, aber ich hab dafür ja dasseifenzeug.

  • Oh, wow, ich hab nicht gesehen, dass das posting schon so alt ist! Hat sich in der Zwischenzeit wasgetan bei dir beim Waschmittel?

    • Sabrina sagt:

      Hi, also ich benutze inzwischen auch manchmal im Wechsel gekauftes „Waschpulver sensitiv“ von denkmit oder so. Ist von Budni, das entspricht in anderen Städten dm. ^^
      Damit habe ich aus Faulheit angefangen, aber ich hab auch das Gefühl, dass es irgendwie gut ist.

      Das mit dem Staub kann ich bestätigen, mir fehlt nur die physikalische Erklärung, was mich etwas wurmt.

      Welchen Essig nimmst du? Riecht man den?

      Vielleicht werd ich das mit geriebener Seife auch einfach mal probieren, wenn du sagst, dass das funktioniert, wäre ja tatsächlich weniger Arbeit. :)

      ——————————————–

      Liebe mehrere Leser*innen am Tag, die ihr diesen Post hier über Google findet, ihr könnt gerne auch von Erfahrungen berichten!

      • Ich nehm einfach billigsten Tafelessig, einen großzügigen Schwupp ins Weichspülerfach (auch wenn ich gekauftes Waschmittel nehm – ja stimmt, die Marke heißt denkmit). Wenn die Wäsche noch feucht ist, kanns sein dass man ein bissl was riecht, aber sobald die Wäsche trocken ist, riecht man genau gar nix mehr, auch nicht wenn sie doch wieder feucht wird (Schweiß, Regen etc.).

        Also… Seife ist ja alkalisch und daher ist dann auch der pH-Wert von dem Zeug verändert, das damit in Berührung kommt. Ist alkalisch nicht negativ geladen? Wenn Säuren (+) und Laugen (-) zusammentreffen, dann neutralisieren sie sich…? Irgendwas war da… Und Swiffertücher funktionieren ja auch irgendwie so… Also irgendwie so. Ich bin grad so müde im Kopf.

  • Sabrina sagt:

    Oh ähm. So chemische Sachverhalte sind nicht meine Stärke. Keine Ahnung. Ich lasse mir das mal von irgendwem erklären bei Gelegenheit. 😀

    Aber danke für deine Tipps, ich werd mal meinen abgelaufenen Essig verwenden und gucken. :)

    • Essig kann nicht ablaufen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei manchen Lebensmitteln ein Witz. Die schreiben das drauf, weil die EU das irriger Weise vorschreibt, aber Zucker, Nudeln und Essig können nicht verderben. Essig ist schon verdorben.

3 Trackbacks

Was denkst du dazu?