vergehen

Was schon abzusehen war, jetzt noch mal ganz explizit:

Es ist vergangen. In der nächsten Zeit kommt hier nichts mehr.

Die einzigen Dinge, die ich tue, sind die Dinge, die ich von Herzen tue.

Und hier kann ich gerade nicht von Herzen schreiben. Seelengespräche und Menschen und natürlich auch das extrem fordernde Masterstudium sind mehr Ich. Dann ist da noch der Ägyptenaustausch, ein Herzensprojekt, was meine Zeit gerade auch mehr verdient hat als ein Kokon.

Der Name des Blogs passt mir schon lange nicht mehr und es gibt keinen Grund, hier zu bleiben. Ich ziehe weiter.

Meinen Blog, eine alte Hülle, lasse ich hier liegen.

Es kommt täglich eine zweistellige Anzahl Menschen auf alte Artikel, das Archiv bleibt also stehen, bis die Domain abgelaufen ist oder so.

Diesen Beendigungspost zu schreiben, kostet mich unendlich viel Energie, weil ich innerlich schon eine Weile mit dem Blog abgeschlossen habe.

Aber wisst ihr was? Aus dem Internet bin ich nicht ganz verschwunden: Das ist mein Tumblr. Ich fotografiere immer noch, suche nach den perfekten Metaphern für die unperfektesten Gefühle. Ich kann gar nicht anders.

Die Kreativität sucht sich andere Wege und ich freue mich, wenn ihr mir dabei folgt.

Ich habe hier mit ein paar tollen Menschen geschrieben und dafür bedanke ich mich ganz herzlich.

Habt einen guten Sommer und auch ein gutes Leben.

Arbeitet nicht so viel.

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Szenen aus einem Leben mit Smartphone.

(Dieser Text ist eine Fortsetzung der Szenen aus einem Leben ohne Smartphone.)

Smartphone angeschafft

I

Es ist früh an diesem Morgen. Oh, so früh – unmenschlich früh! Ich muss einen Zug kriegen und vor 06:00 aufstehen. Es ist so früh, dass ich nicht mal frühstücke.
Was mich die ersten Stunden nach dem grausamen Erwachen am Leben hält ist eigentlich Musik.

Tatsächlich habe ich nun doch den MP3-Player vergessen, es muss die morgendliche Eile gewesen sein.

Macht nichts, wozu hab‘ ich denn mein Smartphone und die Musik?

Pustekuchen! Die Internetverbindung im Zug ist ausnehmend schlecht, so schlecht, dass ich viel zu lange immer nur die gleichen 20 Sekunden des gleichen Songs hören kann. Irgendwann gebe ich’s auf und verdöse den Rest der Fahrt.

II: Apple

Dieses Mal bin ich schlauer: Ich will mir Musik auf das Handy übertragen und quasi das Handy wie einen MP3-Player nutzen. (Zwischen dieser und der letzten Szene ist etwas Zeit vergangen, der Player hat sich mittlerweile verabschiedet.)

Diese Rechnung habe ich ohne Apple gemacht: Statt einfach, wie ich das kenne, einen Wechseldatenträger angezeigt zu bekommen, läuft alles über I-Tunes. I-Tunes erkennt meine meisten Songs leider nicht und so kann ich sie auch nicht ohne weiteres mal eben ‚rüber kopieren. Eindeutig ein Nachteil von Apple-Produkten. (Sicher, das Problem lässt sich lösen, aber eben nur mit Extraaufwand.)

Zu den wenigen Songs, die ich tatsächlich auf’s Handy kriege gehört – nicht gerade das, was man an einem anstrengenden Tag hören will, denn dieser Zynismus ist demotivierend.

III: Tarifgedöns

Irgendwie habe ich jetzt 4,5€ mehr gezahlt als geplant. Ist nicht die Welt, nervt mich trotzdem irgendwie und so stelle ich die mobilen Daten für die meisten Apps erst mal aus, bis ich einen besseren Tarif gefunden habe. Heutzutage kann man nicht mehr einfach einen neuen Handytarif wählen, das ist eine eigene Wissenschaft.

(An dieser Stelle herzliche Grüße an den „Kundenberater“, der mich mehrfach ungefragt auf diversen Kanälen kontaktiert hat, um mir einen vollkommen nutzlosen Tarif mit Telefonierflatrate aufzuschwatzen. An einem Samstagmorgen.)

Okay, die Daten sind ausgestellt und ich zahle nur für mehr Volumen, das ich auch tatsächlich will. Ist ja in Ordnung, aber eigentlich auch nicht so Sinn der Sache.

IV: wohin des Wegs

Klassische Situation: Auf dem Weg zu einem Treffen, ich kenn‘ die Stadt noch nicht so gut und hatte zu Hause keine Zeit mehr, in Ruhe den Weg nachzuschauen. (Zur Not könnte ich ja meine Freunde anrufen.)

Sowohl die Bahnverbindungs-App als auch Google Maps helfen mir sehr gut weiter. Ohne Smartphone hätte ich mich nicht so schnell zurechtgefunden.

V: in die Irre

Eine ähnliche Situation wie die vorige: Der Ort eines Treffens ist zwar bekannt gegeben, aber mir nicht bekannt. Große Hetze beim Aufbruch; ein Zug, den ich kriegen muss.

Dieses Mal funktioniert die Navigation leider nicht, denn ich bin an einem Ort gelandet, an dem die Internetverbindung irgendwo zwischen schlecht und nicht existent liegt. (Ja, es gibt tatsächlich noch so was wie Funklöcher. Das hatte ich verdrängt.)

Meine Lehre daraus: Verlassen werde ich mich in Zukunft eher nicht auf die Smartphonenavigation, denn das kann blöde enden.

Wie hat sich mein Leben verändert, seit ich ein Smartphone habe?

Eigentlich lebe ich genau so wie vorher. Es ist nichts grundlegend anders.

Es gibt mehr Tage, an denen ich mein Smartphone nicht als Smartphone, sondern wie ein gewöhnliches Handy benutze, als es Tage gibt, an denen ich die Smartphone-Funktionen aktiv benutze.

Aber es gibt sie.

Ab und zu, vielleicht, wenn ich im Wartezimmer sitze beispielsweise, habe ich nun die Möglichkeit, online Nachrichtenseiten zu lesen, statt auf eine zwei Jahre alte Ausgabe von ökotest zurückzugreifen. (Bei meinem Hautarzt gibt’s nur die ökotest und Klatschmagazine…)

Da das aber schon ein paar Mal im Fall der Fälle nicht funktioniert hat, mir einen Weg oder eine Verbindung schnell herauszusuchen, mache ich immer noch Notizen, die ich mir mitnehme.

Und das ist auch das, was mich eigentlich wirklich ärgert:

Das, was mir an meinem am besten gefällt, ist die passable Kamera. Natürlich, aber um mal schnell ein witziges Detail zu knipsen, an das ich mich erinnern will, oder einen netten Moment mit Mitmenschen festzuhalten, reicht sie aus.

Whatsapp? Ja oder nein?

Im Moment habe ich mir noch kein Whatsapp installiert, doch ich spiele immer wieder mit dem Gedanken. Dann wäre ich nicht immer die antimoderne Kulturkritikerin, die noch mal gesondert irgendwohin eingeladen wird.

Das wäre schon ganz nett, aber, ob ich die vielen Nachrichten, die nicht alle relevant sind, dann nicht doch schnell nervig finde?

Jedenfalls habe ich öfter mitbekommen, wie über Whatsapp Fotos verschickt werden, Witze aufgewärmt usw. Das ist jetzt nicht das wichtigste der Welt, aber eben irgendwie ein soziales Erlebnis. Vermutlich verpasse ich dort weniger, als ich so denke, aber darüber kann ich mir erst so richtig eine Meinung bilden, wenn ich es mal ausprobiere. Woher soll ich wissen, was ich dort verpasse, wenn ich es nicht sehe?

Ja, ihr seht also, ich habe Angst, etwas zu verpassen und deshalb installiere ich mir bald Whatsapp.

Es bleibt die Sache mit dem Datenschutz, der bei Whatsapp nicht so gut läuft. Die Sogwirkung von Plattformen: Wenn erstmal genügend Menschen diesen einen Dienst nutzen, ist es schwer, sie zu den existierenden Alternativen hinüberzubewegen. Und die Menschen, die das eigentlich nicht wollen (so wie ich), machen das dann trotzdem mit, weil man Chatdienste eben nutzt, um mit Freund*innen und Bekannten zu kommunizieren, die dafür den gleichen Dienst nutzen müssen.

Fazit: ab und zu ist ein Smartphone ganz praktisch

Es gibt ein paar Situationen, in denen es wirklich praktisch ist, ein Smartphone dabei zu haben. Sich darauf verlassen, ist aber nicht unbedingt ratsam: Der Akku ist so schnell leer und die Internetverbindung deutlich weniger stabil als ich es mir vorgestellt hatte. Nein, das I-Phone revolutioniert mein Leben nicht, aber es ist nicht schlecht.

Lohnt es sich, dafür mehr Geld auszugeben?

der Kostenfaktor

Mein Gerät, ein I-Phone 4s, hat mir jemand überlassen, der es nicht mehr braucht. Ich hatte also keine Zusatzkosten dafür und würde deswegen auch nicht durchdrehen, wenn’s kaputt geht: Dann hole ich halt wieder das alte aus der Schublade. Für zwei Euro habe ich mir jetzt noch eine Schutzhülle im Angebot gekauft, die für den Preis gar nicht mal so scheiße aussieht.

Smartphone angeschafft - und Handyhülle

Die Mehrkosten, die ich habe, sind also überschaubar: 15 Euro musste ich bezahlen, weil die Simkarte aus dem alten Handy zu groß für das I-Phone war. Ich habe noch einen ganz alten Base-Tarif, bei dem ich jeden Monat Flatrates ab- und dazubuchen kann. Das ist sehr praktisch und so zahle ich im Moment nur 7€ mehr für meine Daten.

irrational und albern

Ich kann’s nicht anders sagen, irgendwie schäme ich mich für mein apple-Produkt. Es ist noch nicht so lange her, da hab‘ ich immer darüber gelästert, wie man so viel Geld ausgeben kann, nur um die coolere Marke zu haben.

Dass die Produktionsbedingungen für Elektronik jeglicher Hersteller miserabel sind, ist ja nun hinlänglich bekannt und von daher finde ich es relativ scheinheilig, sich da jetzt nur auf apple zu beziehen und einzig diese Marke abzulehnen. Im Hinblick auf Produktionsbedingungen macht es keinen Unterschied, ob ich jetzt Apple, Samsung oder sonstetwas benutze. Die einzige bessere neu gekaufte Alternative wäre ein Fairphone.

Da finde ich aber die Nutzung eines gebrauchten Handys, das es ohnehin schon gibt, noch die bessere Lösung. (Es ist sogar so, dass ich kein Geld für ein neues ausgegeben hätte, weil mir der Besitz eines Smartphones so wichtig nun auch nicht war.)

(Übrigens habe ich in meinem ganzen Leben noch kein neues Handy gehabt und auch noch nie Geld für ein Handy ausgegeben. Es macht mir etwas Angst, dass es zum guten Ton gehört, alle zwei Jahre ein neues zu bekommen. Was für ne Ressourcenverschwendung!)

Aber ernsthaft: Bis jetzt finde ich das Telefon ganz benutzerfreundlich und ich ziehe in Erwägung, dass das „Apple Produkte funktionieren besser„-Argument, das ich schon oft gehört, aber nie ernst genommen habe, vielleicht ein bisschen zutrifft.

Welcome to the dark side, da, wo man nachts gucken kann, wann die letzte Bahn fährt und sich Cookierezepte aus Kundenmagazinen abfotografiert.

Und, wie hat sich euer Leben durch ein Smartphone verändert? Oder hat es sich gar nicht verändert?

PS: Hier zum Vergleich der Artikel: Szenen aus einem Leben ohne Smartphone.


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Die Generation des elften September.

(find the english version of this text on my tumblr)

1990 wurde ich geboren. Was macht meine Generation aus? Was habe ich mit meinen Altersgenossen gemeinsam, das Leute, die 1980 auf die Welt kamen, nicht haben?

Zu welcher Generation gehöre ich?

Obwohl ich Soziologin bin, die Generation #soundso Verkündungen über die jungen Menschen von heute haben mich nie überzeugt. Es fühlt sich falsch an, Millionen von Menschen mit vollkommen verschiedenen Leben(sumständen) unter einem großen Schlagwort zusammenzufassen, entmenschlichend, zu wenig individuell

Ich hatte nicht das Gefühl, das mein Lebensgefühl durch solche Beschreibungen auf einen passenden Punkt gebracht wird.

Es ist also nicht überraschend, dass meine erste spontane Reaktion auf einen Artikel über die Generation 9/11 war: Nein, das bin ich nicht. Das ist nicht das, was uns auszeichnet und vom Rest unterscheidet.

Wirklich nicht?

Plötzlich holt mich eine Erinnerung ein, von irgendwo ganz hinten im Bewusstsein, so weit hinten, dass sie fast schon vergessen war:

Siebte oder achte Klasse – es muss 2003 gewesen sein: Eine Freundin und ich spätnachmittags in der Mädchenumkleidekabine nach dem Sportunterricht.

An der Wand sind Haartrockner angebracht. Einer von ihnen tickt. Er tickt leise, aber deutlich wahrnehmbar.

Was ist das? Warum tickt dieser Haartrockner?

Erst quatschen wir noch gemütlich, doch nachdem eine von uns das Ticken bemerkt hat, steigern wir uns nach und nach immer mehr in diesen einen Gedanken hinein:

DA MUSS EINE BOMBE IM FÖN SEIN!!1111!!

Wir sehen die Turnhalle in die Luft fliegen, rennen in Unterwäsche aus der Kabine heraus und gehen zu unserem Sportlehrer. Bisher ist nichts explodiert und unser Lehrer lacht uns aus.

Was, wenn das doch eine Bombe ist? Unser Lehrer horcht an dem Haartrockner, greift todesmutig mit seiner Hand in den Fön des Todes – keine Bombe.

Sein spöttisches Lachen wird noch lauter. Das macht nichts, wir sind gerade einfach nur froh, dass wir nicht einer Bombe in der Mädchenumkleide zum Opfer gefallen sind. Langsam weicht das Adrenalin aus unseren Körpern. Es ist dieser Moment nach dem Schreck, in dem die Knie erst so richtig anfangen zu zittern.

Puh, das ist gerade noch mal gut gegangen.

Im Nachhinein: Wie absurd ist denn bitte der Gedanke, dass ein islamistischer Terrorist eine Umkleidekabine in einem deutschen Kleinstadtgymnasium in die Luft jagt?

(Noch dazu 2003, wo Deutschland immerhin nicht aktiv am Irakkrieg teilgenommen hat und deswegen fast so etwas wie einen Bonus bei Islamisten hatte?)

Doch aus der damaligen Position ist das eben nicht absurd: Uns wurde beigebracht, uns zu fürchten. Wir haben gelernt, dass jederzeit irgendwo etwas hochgehen könnte, dass ein Koffer auf einem Bahnsteig nicht einfach nur ein Koffer auf einem Bahnsteig ist, dass ein Mann mit Bart mehr als ein Mann mit Bart sein könnte, dass die Gefahr mitten unter uns ist; dass wir jederzeit in Einzelteile zerrissen werden könnten. Als wären wir im Krieg.

Am 11.09.2001 waren wir zwar noch Kinder, aber wir waren große Kinder.

Wir waren zu jung, um die politischen Vorgänge zu verstehen, aber alt genug, um zu verstehen, dass etwas die Welt erschüttert hatte; alt genug, um ein Gefühl aufzunehmen: Angst.

Diese Angst ist das einzige, was wir vielleicht gemeinsam hatten.

(Oder zumindest einige von uns, denen, die ungefähr 1990 geboren sind.)

Aber ob das schon für eine Generation reicht?


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Lesenswertes aus der Welt der Fahrräder, Veganer und indigenen Umweltschützerinnen.

 

grüne Leselinktipps

(Bild: State Library Victoria on Flickr. CC 2.0. von mir verändert)

Es gibt so viele interessante Aspekte rund um ökologische Themen – ein wenig Lesestoff für alle, die vielleicht noch frei und Zeit zum Lesen haben, habe ich hier gesammelt.

(Na gut, ein Film ist auch dabei, aber ich wollte unbedingt diese drei lesenden Männer für’s Titelbild.)

Wer mir auf Twitter folgt, könnte das eine oder andere wiedererkennen, aber ich wollte es auch noch mal als Beitrag veröffentlichen, für alle, die keine sozialen Netzwerke nutzen. :)

  • Die Non-Kühlschrank-Revolution (deutsch)

    Eine Designerin hat ein Regal entwickelt, in dem Lebensmittel aufbewahrt werden können. Sie halten darin recht lange, ohne zu gammeln, weil der Aufbau genau durchdacht ist und verschiedene Idealbedingungen für verschiedene Nahrungsmittel bietet.

    Lesenswert, weil diese Idee ein schönes Beispiel dafür ist, dass es nicht immer die abgefahrensten Technologien sein müssen, die die Welt verbessern.

  • Ratgeber zu Second Hand Läden in Hamburg (deutsch)

    Super Übersicht, endlich hat sich mal jemand die Mühe gemacht. Lesenswert, weil Fast Fashion endlich aussterben soll. Und Second Hand Kleidung ist ein Schritt in die richtige Richtung.

  • Locomore, die Alternative zur deutschen Bahn.

    Ein Start-Up will per Crowdfunding ein alternatives Bahnunternehmen finanzieren. Die Tickets sollen deutlich günstiger werden. Das wäre schön, aber ich bin mir nicht sicher, ob’s dieser Weg der richtige ist…

    Lesenswert, weil Bahnfahrkarten viel zu teuer sind und jeder Versuch das zu ändern, Beachtung verdient.

  • Cycling in Berlin: (englisch mit deutschen Untertiteln)

    fährt in Berlin Fahrrad und ist genervt. Sie ist genervt von einer oftmals unsinnigen Verkehrsführung, zugeparkten Radwegen oder eine Rad Und was passiert eigentlich mit dem Radfahrbudget?

    Ich will so einen Film für Hamburg.

    Anguckenswert, weil es die auf den Punkt bringt, wie wenig geeignet die meisten deutschen Straßen für’s Radfahren sind.

  • When being vegan is no longer about ethical living (englisch)

    Manche Veganer*innen sind ausnehmend sexistisch, andere rassistisch, manchmal sogar beides. Das ist ein Problem. Bei den Beispielen im Text schäme ich mich ein bisschen, mit solchen Menschen will ich nicht in Verbindung gebracht werden.

    Lesenswert, weil Veganer*innen keine besseren Menschen sind und ich will, dass sie das realisieren.

  • Where the Indigenous Women treaty differs from the Paris Account (englisch)

    Cheryl Foitlin, eine indigene Frau, berichtet vom Einsatz indigener Gruppen für die Umwelt und gegen den Klimawandel und vergleicht ihre Aktionen mit denen der Anzugträger*innen, die COP in Paris auf den Weg gebracht haben.

    Lesenswert, weil Perspektiven wie diese viel zu selten wahrgenommen werden, weil indigene Gruppen an vielen Orten der Welt Unterdrückung erfahren.

Mögen die Links euch interessieren. Möget ihr mir eure Meinung dazu mitteilen. Was hat euch überrascht, was bewegt? Und habt ihr auch noch Links dazu beizusteuern? Gerne alles in die Kommentare.


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Wie nachhaltig war das Jahr? Mein grüner Jahresrückblick 2015.

grüner Jahresrückblick: Nachhaltiges 2015?

Noch mehr als Wunderkerzen zu Silvester mag ich Jahresrückblicke zum Dezemberende. Ich habe eine Weile überlegt, wie ich meinen dieses Jahr aufziehen soll. Ein ganz persönlicher Jahresrückblick ist mir für’s Internet irgendwie zu privat, also habe ich mich entschlossen, einfach mal einen Teil herauszupicken. Welcher könnte dafür besser geeignet sein, als das Thema, auf das ich diesen Blog versuche, wenigstens ein bisschen zu beschränken: Nachhaltigkeit und ein ökologischer Lebensstil.

Ich beginne mit meinem persönlichen Lebensstil und werde später auch auf allgemeinere Themen eingehen.

(Wer vergleichen möchte, kann sich hier meinen Rückblick von vor einem Jahr ansehen.)

erste Male: Haarseife u.a

Was habe ich in diesem Jahr neues probiert? (Natürlich im Bereich Ökoleben.)

Vintagebild von einer Frau, die sich die Haare wäscht.

  • Ich habe Haarseife geschenkt bekommen, ausprobiert und finde sie gut. Der ökologische Vorteil daran ist für mich vor allem, dass weniger Plastikmüll durch Shampooflaschen produziert wird. Unabhängig davon scheint’s meinen Haaren auch extrem gut zu tun (Allergikerin und so), also werde ich das im kommenden Jahr regelmäßiger verwenden. Zwei Fliegen auf einen Schlag.(Danke..:))
  • Das erste Mal in meinem Leben habe ich einen Baum umarmt. Ich wurde dazu aufgefordert, es war Teil von einer Art Spiel. Er fühlte sich kalt an, was daran liegen könnte, das ich Anfang Februar gegen Abend in einem Wald war. Der Funke ist irgendwie nicht übergesprungen…
  • Außerdem habe ich tatsächlich das erste Mal etwas in einem Second Hand Laden gekauft. Einen Gürtel.

reuse – repair – recycle

Ich habe öfter mal Sachen gebraucht organisiert, das könnt ihr hier bei meinem Beitrag über den Tauschbasar nachlesen. Das hat mir gut gefallen. Wenn ich Sachen nicht so richtig dringend brauche und mir Zeit lassen kann, bis ich zufällig über das richtige stolpere, ist das super. Wirklich ärgerlich wird es dann bei grundlegenden, wichtigen Gebrauchsgegenständen:

Mein Laptop war kaputt. Der Hersteller wollte für die Reparatur (Garantiezeit gerade so eben abgelaufen) 180 € haben – für das Einsetzen einer einzigen Schraube, die aber wichtig war, weil der Bildschirm sonst über kurz oder lang abgebrochen wäre…

Ich war kurz davor, einzuknicken und mir einen neuen Computer zu kaufen, weil der Computer eben auch schon wieder einen neuen Akku braucht usw. – dann habe ich aber für 15 € einen Laden in der Nachbarschaft gefunden, der noch selbst an Computern herumschraubt. Das habe ich dann doch vorgezogen. Durch das ganze Hin- und Her hatte ich aber zwei Monate lang keinen Laptop. Das ging nur, weil ich ihn gerade nicht für wichtige Dinge brauchte.

Mein Rückschluss daraus: Reparieren muss bequemer werden, dann machen es vielleicht auch mehr Menschen.

Ach und nähen kann ich auch immer noch nicht.

Ernährung: Tierprodukte

Wie auch in den vergangenen Jahren bin ich meinem Grundsatz „so vegan wie möglich“ recht treu geblieben. Fleisch esse ich grundsätzlich nicht. Andere Tierprodukte konsumiere ich dann, wenn es sich nicht ohne größeren Aufwand vermeiden lässt, also: auf Reisen, zu Besuch, betrunken.

Alle Jubeljahre kommt die Käseschmacht, meistens in Verbindung mit (s.o.) den typischen drogeninduzierten Fressflashs. Äh. Dann gibt’s halt mal ‚ne Packung Mozzarella. Kommt selten vor, aber kommt vor.

So kann das 2016 auch wieder sein. Vielleicht noch hinzuzufügen: vegan zu essen wird auch auf Reisen, zumindet innerhalb Europas, immer leichter. Ich war wirklich überrascht, in Kroatien auf rohvegane Restaurants zu treffen und auch in Budapest kam ich besser durch als erwartet. Es tut sich ‚was.

Ich ernähre mich nicht besonders regional und saisonal und fände das, ehrlich gesagt, auch sehr schwierig. So schwierig, dass ich mir gerade nicht vorstellen kann, auf Avocados und Orangensaft (…) zu verzichten. Dafür bin ich zu sehr Foodie. Irgendwann mal vielleicht.

Essen des Jahres: Hummus. (Nach diesem Rezept, aber mit der dreifachen Menge Tahina. Mindestens.)

Fliegen

Was einen nachhaltigen Lebensstil angeht, ist und bleiben Flugreisen meine Schwäche. Ich bin dieses Jahr zwei Mal geflogen. Einmal nach Ägypten und Anfang des Jahres nach Israel.

Dazu sollte ich vielleicht sagen: Mein Freund ist Israeli und fliegt deswegen regelmäßig in die Heimat. Weil freie Zeit und Geld zum Wegfahren begrenzt ist, komme ich dann meistens mit und mache mir dort eine nette Zeit in der Sonne, es wird dann eine Mischung aus Urlaub-Verwandtenbesuch-Ferien. Wäre mein Freund nicht zufällig dorther, wäre ich vielleicht auch einmal weniger geflogen, trotzdem…

Im Moment sehe ich kaum eine sinnvolle Möglichkeit, den Trend zu immer mehr Flugreisen zu ändern. Ich kenne jede Menge Ökos, die sich in Permakulturprojekten engagieren, die Natur lieben, aber mehrmals im Jahr Interkontinentalflüge machen. Tja nun.

Das ist alles irgendwie ein Widerspruch. Ich lasse den mal so stehen und hoffe auf eine Flugindustrie, die bitte jetzt endlich mal umweltfreundlichere Verfahren entwickelt. Bis dahin versuche ich, wenig zu fliegen.

Das ist aber nicht leicht. Meine Eltern würden mir einen Flug nach Spanien im Winter bezahlen. Für ein Wochenende, um kurz mal meine Schwester zu besuchen. Es ist einfach verlockend und wenn ich Menschen von meinen ökologischen Bedenken erzähle, lächeln sie nur müde. Ja, auch die Ökos.

Eine angemessene Besteuerung könnte vielleicht auch helfen, Leute zu motivieren, öfter mal Bahn zu fahren. Darüber hab‘ ich mir kürzlich schon aufgeregt.

Ich will mich ja ändern, aber es wird mir tatsächlich schwer gemacht.

kleine Schritte: Saft aus Flaschen

Saft in Glasflaschen, um Plastikmüll zu vermeiden

In der letzten Zeit versuche ich, wenn ich Saft kaufe, diesen nicht mehr in Tetrapaks zu besorgen, sondern Saft aus Glasflaschen zu kaufen. So möchte ich weniger Müll produzieren.

Es sind kleine Schritte wie diese, die ich 2015 gemacht habe und keine riesigen Änderungen. Manche Dinge eines nachhaltigen Lebensstils sind für mich schon sehr Alltag, andere erscheinen mir gerade nur schwer durchsetzbar.

flüchten und Nachhaltigkeit

2015 wurde von der so genannten Flüchtlingskrise dominiert. (Ich nenne sie lieber Menschlichkeitskrise.) Ich war mittendrin, denn als im Sommer die Grenzkontrollen wieder eingeführt wurden, war ich gerade auf Interrailreise durch Europa; auf der Balkanroute. Eigentlich wollten wir bis nach Griechenland, aber dann wurden plötzlich viele Zuglinien eingestellt und irgendwie erschien mir die Frage, wie ich nach Hause komme, dann im Angesicht der humanitären Probleme auch nicht mehr so wichtig.

Drähte am Wolkenhimmel

Zugpanne auf der Interrailreise

Schild: Zug fährt von Budepest nach Zagreb

(Kleine Hintergrundinfo: Diese Bilderserie ist entstanden, als unser Zug irgendwo auf der Strecke zwischen Budapest und Zagreb plötzlich angehalten hat. Stundenlang stand er da in der Sonne, niemand wusste was los ist. Wir wussten noch nicht mal, ob wir noch in Ungarn oder schon in Kroatien sind. Kein Handyempfang, Verständigungsschwierigkeiten mit dem Zugpersonal. Irgendwann hat sich herausgestellt, dass es wohl einen Stromausfall gab.

Es gibt schlimmeres, wenn man sich so eine Reise freiwillig ausgesucht hat. Monatelang auf so eine Art und voller Ungewisseheit zu reisen, muss allerdings schrecklich sein.)

Zugpanne auf der Interrailreise

Zugpanne in Kroatien auf der Interrailreise

Pflanzem im Gleisbett

Die Verbindung von Umweltproblemen, unserem (Konsum-)Verhalten und Flucht ist in der öffentlichen Debatte eine weitgehende Leerstelle. Es wird immer so getan, als wäre es irgendwie überraschend, dass es vielen Menschen schlecht geht und diese nun nach Europa möchten. Das ist nicht so. Experiment Selbstversorgung schließt diese diskursive Lücke. Es gibt da Verbindungen und ich halte es für wichtig, dass wir uns diese stärker bewusst machen.

(Wusstet ihr zum Beispiel, welche Rolle der Klimawandel für die Entwicklungen in Syrien spielt? Dieser Comic erklärt’s.)

Erkenntnisse

Durch den Ägyptenaustausch habe ich noch mal realisiert, was für ein Luxus es eigentlich ist, saubere Luft zu atmen. Schaut euch doch mal diesen Smog über Kairo an! Eigentlich möchte ich nur sehr sehr ungern das Vorurteil stützen, dass afrikanische Städte alle dreckig sind, aber das hat mich doch negativ überrascht:

Smog über Kairo (Ägypten)

(Damit hier kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich darauf hinweisen, dass der ökologische Fußabdruck einer durchschnittlichen Ägypterin weitaus niedriger ist als der eines Deutschen und es nicht so ist, dass wir Westler die nachhaltigeren Menschen sind. So.)

groß denken und viel verändern

Insgesamt lag der Fokus bei mir in diesem Jahr wohl weniger auf meinem eigenen Lebensstil und mehr auf den großen Themen, wobei ich auch finde, dass diese beiden Dimensionen miteinander verwoben sind.

Es wird mir wichtiger, Wissen zu teilen und mit Menschen in Verbindung zu treten, die ähnliche Ansichten haben, um auch politisch orientiert einen Wandel zu erreichen. 2016 möchte ich mich deswegen noch mehr als vorher in Gruppen tätig sein. Außerdem hoffe ich, dass ich einige Artikel schreiben kann, in denen die Zusammenhänge von neoliberalem Kapitalismus, Patriarchat und Umweltzerstörung noch deutlicher werden, weil die Zusammenhänge für meinen Geschmack viel zu wenig thematisiert werden.

Und wie nachhaltig war das Jahr für euch? Wo hakts noch und wo macht ihr schon etwas richtig? Welche Themen dominierten für euch, in eurem persönlichen Leben? Und wie wichtig ist Nachhaltigkeit für euch gewesen?

Weniger ist mehr Leben hat auch einen nachhaltigen Jahresrückblick gemacht. Vielleicht mag sich ja noch jemand anschließen?


Zum Vergleich: Hier ist mein Jahresrückblick von vor einem Jahr.


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